In der Ukraine trifft die anhaltende Zerstörung der Energieinfrastruktur durch russische Angriffe die Zivilbevölkerung schwer. Nach Angaben von Caritas international sind mehr als eine Million Menschen ohne Strom, Wasser und Heizung. „In diesem Kriegswinter entscheiden Wärme und Strom immer öfter über Leben“, sagte Caritas-Mitarbeiterin Hannah Kikwitzki laut Mitteilung am Mittwoch in Kiew. Besonders ältere und chronisch kranke Menschen seien in Lebensgefahr, da die Temperaturen bis zu minus 20 Grad erreichten.
Das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes versorgt derzeit rund 21.000 besonders gefährdete Menschen mit Brennstoff, Heizmaterial, winterfesten Haushalts- und Hygieneartikeln sowie Notpaketen. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes würden zudem Bargeldhilfen bereitgestellt. Viele der 70 Caritas-Zentren im Land seien zu „Schutz- und Wärmepunkten“ geworden, wo sich Menschen aufwärmen, Wasser holen, Geräte laden und psychologische Unterstützung erhalten könnten.
Besonders in Frontregionen wie Charkiw, Cherson und Saporischschja leben laut Caritas Menschen bei Innentemperaturen von nur fünf bis sieben Grad. „Wir erleben, wie Kälte gezielt als Kriegswaffe eingesetzt wird“, sagte Kikwitzki. Der Bedarf an Hilfe übersteige die vorhandenen Mittel deutlich. „Wir müssen täglich entscheiden, wer am dringendsten Unterstützung braucht“, sagte sie. (0224/28.01.2026)