Nach zwei Jahren Pause kehrt der Medienmanager Boris Lochthofen zum MDR zurück. Er soll die Programmbereiche Halle und Leipzig gemeinsam führen und die ARD-Anstalt vor den anstehenden Landtagswahlen sturmfest machen.
Der Journalist und Medienmanager Boris Lochthofen wird neuer Programmdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Der Rundfunkrat wählte Lochthofen am Montagmorgen mit großer Mehrheit. Er leitet künftig die Programmdirektionen Halle und Leipzig der für Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen zuständigen ARD-Anstalt.
Im MDR ist der 50-Jährige kein Unbekannter. Lochthofen war bereits von 2016 bis Ende 2023 Direktor des MDR-Landesfunkhauses Thüringen in Erfurt. Im März 2023 war er auch als Nachfolger von MDR-Intendantin Karola Wille für den Spitzenposten beim Dreiländersender im Gespräch. Der zuständige Verwaltungsrat schlug aber nicht ihn, sondern den heutigen Intendanten Ralf Ludwig zur Wahl vor.
Lochthofen, der bereits vor seiner Zeit beim MDR im privaten Hörfunk tätig war, kehrte daraufhin 2024 wieder in die Privatwirtschaft zurück und führte als geschäftsführender Gesellschafter unter anderem die Radioholding Teutocast.
Lochthofens Rückkehr zum MDR steht auch im Zusammenhang mit der schwierigen Lage für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Mitteldeutschland. Die AfD, die in den Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Herbst vorne liegt, hat bereits angekündigt, den MDR-Staatsvertrag zu kündigen, falls sie die Regierungsverantwortung übernehmen sollte. Auch die CDU-Fraktionen in Sachsen-Anhalt und Sachsen stehen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor allem in der Frage des Rundfunkbeitrags kritisch gegenüber.