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Bethel-Chef: Schlechte Finanzlage trifft auch Angebote für Behinderte

Der scheidende Bethel-Chef Ulrich Pohl sieht angesichts der Spardebatten auch die künftige Finanzierung der Angebote für Menschen mit Einschränkungen in Gefahr. Die finanzielle Ausstattung der Kommunen sei schlecht, das sei ein großes Risiko, sagte der 68-jährige Vorstandsvorsitzende der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel am Freitag in Bielefeld. In ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, in denen bei den nächsten Landtagswahlen mit einer stärkeren AfD gerechnet wird, werde es auch um die Frage gehen, wie weit Menschen mit Behinderungen unterstützt würden.

Der Theologe Pohl wird nach 18 Jahren als Vorstandsvorsitzender am Monatsende in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger, der bisherige stellvertretende Vorsitzende Pastor Bartolt Haase, übernimmt zum 1. Februar den Vorstandsvorsitz.

Für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderungen hält Pohl einen Mentalitätswandel für nötig. Es gehe darum, gesellschaftlich ein Bewusstsein zu schaffen, „dass Menschen mit Behinderung genauso ein Recht auf Teilhabe haben wie alle anderen auch“. Menschen mit Einschränkungen hätten inzwischen eine deutliche Stimme in der Gesellschaft bekommen. Es sei aber noch längst nicht alles gelungen. Hier müssten sowohl die Politik wie auch die Medien „noch eine Menge leisten“.

Der in Essen geborene Pohl trat 2008 sein Amt als neunter Bethel-Leiter an, er folgte damals auf den Theologen Friedrich Schophaus. Davor hatte Pohl in Bethel die Zentrale Öffentlichkeitsarbeit „Dankort“ geleitet, die für Spendenwesen, Pressearbeit und Besucherbetreuung zuständig ist.

Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit Hauptsitz in Bielefeld sind eines der größten diakonischen Unternehmen Europas. In den Einrichtungen in acht Bundesländern sind fast 25.000 Mitarbeitende für Menschen mit Behinderungen, Seniorinnen und Senioren, in Hospizen oder in der Obdachlosenhilfe im Einsatz.