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Barham Salih: Vom irakischen Präsidenten zum UN-Hochkommissar

Der nächste UN-Hochkommissar für Flüchtlinge kommt aus dem Irak: Barham Salih wird ab Januar als Hochkommissar das Hilfswerk UNHCR für fünf Jahre leiten. In seinem Heimatland brachte es der kurdischstämmige Mann bis zum Präsidenten (2018 bis 2022). Nach seiner Wahl zum Hochkommissar durch die UN-Vollversammlung sagte der 65-Jährige: „Als ehemaliger Flüchtling weiß ich aus eigener Erfahrung, wie Schutz und Chancen den Lebensweg eines Menschen verändern können.“

Als Hochkommissar mit Sitz in Genf steht der frühere Spitzenpolitiker vor zwei großen Herausforderungen: Zum einen streichen viele Regierungen die Gelder für die das UNHCR und die humanitäre Hilfe. Zum anderen bröselt der internationale Flüchtlingsschutz insgesamt, Länder machen ihre Grenzen immer undurchlässiger für die Opfer von Gewalt und Vertreibung.

Vor seiner Zeit als Präsident war Salih zweimal Premierminister der Regionalregierung Kurdistans (2001 bis 2004 und 2009 bis 2012) sowie stellvertretender Premierminister des Irak (2004 bis 2009), gleichzeitig war er Minister für Planung (2004-2006). Salih spielte eine Schlüsselrolle beim Wiederaufbau des Irak nach der US-geführten Invasion 2003 und dem Sturz des Diktators Saddam Hussein.

Der versierte Politiker hat sich auch in Bildung und Wissenschaft einen Namen gemacht: Er gründete die American University of Iraq, Sulaimani (AUIS), ist Senior Fellow am Belfer Center for Science and International Affairs der Harvard Kennedy School und auch Fellow am Middle East Institute in Washington. Salih erwarb einen PhD in Statistik und Computeranwendungen im Ingenieurwesen von der University of Liverpool und einen Bachelor of Science in Bauingenieurwesen von der Cardiff University. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.