Was ist Glück – und können wir es selbst steuern? Eine ZDF-Reportage begibt sich auf Spurensuche durch Forschung, Gehirn und Alltag. Sie zeigt überraschende Fakten, Glücksrankings und Wege zur Zufriedenheit.
Man wünscht es anderen – zum Geburtstag, vor einer Prüfung, bei einer persönlichen Veränderung. Weil Glückwünsche zum Jahresbeginn ebenso Hochsaison haben, geht das ZDF aus wissenschaftlicher Sicht der Frage nach, was diese anhaltende positive Empfindung ist und ob man den Gemütszustand selbst beeinflussen kann. In der “Terra X”-Reportage “Harald Lesch … sucht das Glück” macht sich der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist am 13. Januar um 22.45 Uhr auf seine persönliche Erkundungsreise – und laut Sender soll sogar der Film am Ende glücklich machen.
Was die Philosophie schon seit Jahrtausenden beschäftigt, ist auch in der weiteren Forschung angekommen: das Glück. Demnach ist es nicht nur etwas, das Menschen passiert – es lässt sich auch mitgestalten. Fachleute befassen sich intensiv mit Fragen wie: Was passiert bei diesem Gefühl im menschlichen Körper? Was geschieht biochemisch in einem Glücksmoment?
Längst haben Soziologen, Mediziner und auch Regierungen das Glück in ihren Fokus gerückt. Denn eine glückliche Bevölkerung gilt heute als Maßeinheit. Für Glückserhebungen wie den “World Happiness Report” werden weltweit jährlich Menschen dazu befragt, wie zufrieden sie auf einer Skala von null bis zehn mit ihrem Leben sind. Der Film zeigt: Finnland ist Spitzenreiter im Länder-Ranking – Deutschland liegt übrigens auf Platz 22. Lesch hinterfragt, ob sich der positive Gemütszustand so exakt messen lässt.
Forschende berichten von einem regelrechten Feuerwerk, das beim Erleben von Glück im Gehirn stattfindet. Maßgeblich sind daran drei Hirnbotenstoffe beteiligt: Serotonin, Dopamin und Oxytocin.
Lässt sich dieses Gefühl auch künstlich erzeugen? Mediziner haben den Vagusnerv im Visier: Eine Stimulation dieses Nervs verspricht schnelle Hilfe bei Stress, Müdigkeit – und soll eine Art Glücksmoment im Gehirn auslösen. Zudem soll es sogar Glück per Knopfdruck geben – aber können Computerspiele und Bildschirmzeit wirklich glücklich machen?
Repräsentative Umfragen zeigen, dass Glück nicht in dem Ausmaß von Geld und Gesundheit abhängt, wie oft vermutet wird. Deshalb begibt sich Lesch auf Spurensuche nach verborgenen Faktoren, die Menschen glücklich machen. Der Film zeigt ein eigenes Ranking: Die Hitliste reicht von Einkaufen über Sport, Familie und Freunde treffen bis zu einem gutem Essen.
Um das Thema zu vertiefen, trifft Lesch in einem Café – auch dieser Ort kann glücklich machen – Volkswirtschaftler und Glücksforscher Hanno Beck von der Universität Pforzheim. Gemeinsam mit dem Hochschullehrer und Sachbuch-Autor (“Glück – Was im Leben wirklich zählt”) trägt er Anekdoten zusammen, berichtet über Studien, Theorien und Statistiken und tauscht sich dazu aus. Auch der Neurologe Nils Kroemer, Nachwuchsgruppenleiter im Bereich Translationale Psychiatrie an der Universität Tübingen, berichtet in der Reportage über seine Erkenntnisse.
Lesch liefert bei seiner Spurensuche informative TV-Unterhaltung. Er erfährt dabei, dass es viele Wege zum Glück gibt und dass jede und jeder den eigenen finden muss. So trifft der Wissenschaftsjournalist im Englischen Garten in München auch Menschen, die ein Dankbarkeits-Tagebuch führen.
“Das Thema war für unsere Sendereihe schon länger geplant. Wir fanden es zum Jahresanfang besonders passend, und Harald Lesch war von dem Thema sofort angetan”, sagt Christina Schrader der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Schrader ist seit 25 Jahren Redakteurin in der Redaktion Naturwissenschaft und Technik in Unterföhring bei München.
Überraschend sind für sie die Aussagen des Glücksforschers Beck zum Glück: “Da werden auch die Zuschauer staunen!” Sie selbst habe “viel Neues dazu gelernt” – auch, warum man dem Glück “nicht nachjagen sollte und wann es zu einem kommt”. Und am Schluss verrät auch Wissenschaftler Lesch, was ihn ganz persönlich glücklich macht.