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ARD-Doku “Hitlers Volk – Ein deutsches Tagebuch”

Anlässlich des Kriegsendes vor 80 Jahren zeigt das Erste eine Doku mit Graphic-Elementen. Erzählt wird darin von den unterschiedlichen Schicksalen der Menschen in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus.

Im Mai vor 80 Jahren ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. Aus diesem Anlass zeigt das Erste am 5. Mai um 22.50 Uhr eine vierteile Dokumentation unter dem Titel “Hitlers Volk – Ein deutsches Tagebuch” von Eva Röger, Daniel und Jürgen Ast mit Graphic-Novel-Elementen, wie die Pressestelle der ARD am Mittwoch in München mitteilte. Bereits ab 22. April können die jeweils 50-minütigen Teile in der ARD-Mediathek abgerufen werden.

12 Jahre, 3 Monate und 8 Tage währte die NS-Zeit. Wer waren die Menschen, die Adolf Hitler 1933 wählten, nicht wählten, ihm vertrauten oder ihn verachteten? Wer empfand wieder Stolz für sich als Deutscher, sah den eigenen Vorteil oder begann, um sein Leben zu fürchten? Wer waren die Menschen 1939, als der Krieg begann? Wer waren sie 1945, als er endete? Diesen Fragen versucht der Film nachzugehen.

Als Grundlage für die Dokumentation dienten Tagebücher und Briefe, wie es heißt. Sie erzählten vom Leben der Deutschen im Nationalsozialismus. Ausgewählt wurden beispielhaft acht Schicksale aus Deutschland: der Dresdner Hitlerjunge Franz Schall, die Würzburger Schülerin Ortrun Koerber, der Breslauer Lehrer Willy Cohn, der Funktionär im Reichsarbeitsdienst Egon Oelwein, die Hamburger Hausfrau Luise Solmitz, der Wittlicher Gastwirt Matthias Mehs, eine Gärtnerin und ein Wehrmachtssoldat. Das Spektrum reiche von euphorischer Gefolgschaft, Karriere, Zerrissenheit, Anpassung bis hin zu Verzweiflung und Tod.

Der Graphic Novelist Vincent Burmeister “übersetzt” laut Ankündigung die Tagebuch-Eintragungen in Szenen und gibt den Momenten des Erlebens eine emotionale Qualität. So seien “Erinnerungsbilder” entstanden, die einen Ausdruck der Seelenlandschaften der Protagonistinnen und Protagonisten lieferten. Die Tagebuch-Notizen erzählten von Schicksalsschlägen und Glücksmomenten, von Chancen, Ausgrenzung oder drohender Deportation. Vom ersten – noch zögerlichen – Hitlergruß, von “Ariernachweisen” und Tanzstunden, von Gestapo-Bespitzelung, von Hunger und Liebe.

Die Aufzeichnungen lieferten auch Belege fürs Wegschauen, Schweigen und von der Schuld, heißt es. Sie beschrieben, wie der Krieg “nach Hause” kommt, erzählten von den Bunkernächten, dem Wunsch, “nur noch zu überleben”. Es entstehe eine Erlebnisgeschichte aus der Unmittelbarkeit des Tages und der Situation der Zeit heraus. In den Lebensgeschichten spiegelten sich die historischen Ereignisse, der Aufstieg und Fall des NS-Regimes.