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Wohlfahrtspflege: Soziale Versorgung ist wichtiger denn je

Eine verlässliche soziale Versorgung der Menschen ist laut der neuen Vorsitzenden der Freien Wohlfahrtspflege Bayern, Margit Berndl, angesichts zahlreicher Krisen wichtiger denn je. „Die soziale Infrastruktur darf nicht kaputtgespart werden, sondern muss gerade in Zeiten von weniger Mitteln zukunftsfähig und bedarfsgerecht aufgestellt werden“, forderte Berndl am Freitag in München. Anlass war der turnusmäßige Wechsel des Vorsitzes vom Caritas-Landesverband zum Paritätischen in Bayern.

„Eine funktionierende und für alle zugängliche soziale Versorgung ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit“, sagte Berndl. Sie entscheide maßgeblich über Lebensqualität und Chancengerechtigkeit, sie sei das Fundament für gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Dies gelte besonders angesichts der internationalen Krisen, angespannter Haushalte und vor dem Hintergrund zahlreicher Wahlkämpfe in diesem Jahr.

Zu den bayerischen Kommunalwahlen stellt sich laut Berndl die Frage, ob die soziale Versorgung der Bürger weiterentwickelt oder dem Spardruck geopfert werde. Soziale Infrastruktur in gemeinnütziger Trägerschaft sei auch „ein Bollwerk zur Verteidigung der Demokratie“.

Eine gemischte Bilanz des vergangenen Jahres zog der scheidende Vorsitzende Andreas Magg. Mit den Regelungen zur Kita-Finanzierung habe die Staatsregierung die Situation dort „deutlich entschärft“. Sie hatte das Krippengeld sowie das Familiengeld gestrichen und die freiwerdenden Mittel den Kitas zuerkannt. Dagegen sei etwa die Eingliederungshilfe eine bleibende Herausforderung: Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung drohe „Ziel deutlicher Einsparungen zu werden“.

In der Freien Wohlfahrtspflege Bayern zusammengeschlossen sind folgende Verbände: Arbeiterwohlfahrt, Bayerisches Rotes Kreuz, Caritas, Diakonisches Werk Bayern, Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden und Paritätischer Wohlfahrtsverband. Die Verbände unterhalten rund 14.500 soziale Facheinrichtungen und Projekte. Sie beschäftigen etwa 410.000 hauptberufliche Mitarbeitende, zudem engagieren sich etwa 137.000 Menschen ehrenamtlich. (0314/30.01.2026)