Artikel teilen:

UN-Sachverständige verurteilen Israels Angriff auf Universität

Immer wieder geraten palästinensische Bildungseinrichtungen ins Visier der israelischen Militärbesatzung. Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen sehen dahinter ein System.

Mehrere UN-Sonderberichterstatterinnen werfen Israel als Besatzungsmacht die gezielte Zerstörung des palästinensischen Bildungssektors vor. In einer am Donnerstag in Genf veröffentlichten Stellungnahme nannten die sieben Sachverständigen als jüngstes Beispiel die Erstürmung der Universität Birzeit bei Ramallah. Dabei habe das Militär den Campus mit seinen rund 8.000 Studierenden mit scharfer Munition, Tränengas und Betäubungsgranaten angegriffen. Mindestens 41 Personen wurden den Angaben zufolge verletzt, etliche von ihnen schwer.

Razzien, Festnahmen, Einschüchterung und Kriminalisierung dienten als Mittel, um das Recht auf Bildung auszuhöhlen, so die Expertinnen. Die von Israel ausgeübte kollektive Bestrafung sei eine Ausweitung der jahrzehntelangen Besatzungspolitik. Der Einsatz von scharfer Munition während Unterrichtsveranstaltungen könne nicht mit der Kontrolle von Massenversammlungen oder Rechtsdurchsetzung rechtfertigt werden. Hintergrund der Erstürmung der Universität war der Protest einer Studentenvereinigung gegen Behandlung palästinensischer Gefangener in Israel.

Laut den Sonderberichterstatterinnen war der Angriff auf die Universität Birzeit am 6. Januar der 26. derartige Vorfall seit 2002. Allein von Oktober 2023 bis Dezember 2025 habe das israelische Militär im besetzten Westjordanland 37 Studenten getötet und 259 weitere verletzt. 463 Studierende und 27 Lehrkräfte seien ohne Verurteilung inhaftiert worden. Die Sachverständigen verlangten von anderen Staaten “diplomatische und wirtschaftliche Maßnahmen, um Israel auf den Weg der Legalität zurückzubringen”.