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Stadtdekan: Der Synodale Weg ist ein steiniger Aufstieg

Nach Ansicht des katholischen Stadtdekans Christian Hermes ist der Synodale Weg „keine bequeme Autobahn, sondern ein steiniger Aufstieg“. Dieser sei „manchmal mit Steinschlag und dunklen Wolken von oben und immer mit dem schwindelerregenden Blick in den Abgrund des Vertrauensverlustes der Kirche in Deutschland“ verbunden, sagte Hermes am Montag in Stuttgart. Dort wird sich von Donnerstag bis Samstag die sechste und letzte Synodalversammlung des Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland treffen.

„In Stuttgart setzen wir, wo wir können, viele Impulse aus dem Synodalen Weg um, sei es bei der Prävention gegen sexuellen Missbrauch, der Gleichberechtigung und der gemeinsamen Leitungsverantwortung“, so Hermes weiter. „Die Themen sind auf dem Tisch, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in der Weltkirche. Auch in anderen Weltregionen lassen sich die Katholiken nicht mehr mit autoritärem Klerikalismus und dogmatischen Basta-Worten abfertigen, sondern verlangen solide Theologie, überzeugende Spiritualität und rechenschaftsbereite dialogische Leitung.“

Von den Bischöfen erwartet Hermes eine klare Haltung und mehr Standhaftigkeit: „Einigen ist es völlig egal, wie viele Menschen sich von der Kirche noch abwenden. Kritische Anfragen scheinen sie geradezu zu bestärken, die Kirche als Bollwerk der Rechtgläubigkeit gegen alle geschichtliche Entwicklung und theologische Einsicht abzuschotten.“ Am unangenehmsten findet es Hermes, „wenn Bischöfe mit großer Mehrheit Beschlüssen zugestimmt und so den Eindruck der Reformbereitschaft erweckt haben, um dann nach Hause zu fahren und einfach weiterzumachen wie bisher“. (0198/26.01.2026)