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Sozialverband. Euthanasie-Opfer in Niedersachsen nicht vergessen

Aus Anlass des bevorstehenden Holocaust-Gedenktages (27. Januar) hat der Sozialverband Deutschland an die von den Nationalsozialisten getöteten Menschen mit Behinderung, psychischen Erkrankungen und Pflegebedarf in Niedersachsen erinnert. Allein in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg seien rund 2.000 Patientinnen und Patienten ermordet worden, sagte Vorstand Dirk Kortylak vom Landesverband Niedersachsen am Freitag in Hannover.

Diese Gruppe der NS-Opfer dürfe nicht vergessen werden, mahnte er. „Die Erinnerung an sie ist eine dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe.“ Deshalb müssten die Gedenk- und Dokumentationsorte zu den Krankenmorden der Nationalsozialisten etwa in Lüneburg und Oldenburg eine verlässliche und konsequente Finanzierung erhalten.

Den sogenannten „Euthanasie-Programmen“ der Nationalsozialisten seien Schätzungen zufolge insgesamt rund 300.000 Menschen zum Opfer gefallen, darunter 5.000 Säuglinge und Kinder, sagte Kortylak. „Dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte zeigt mit aller Deutlichkeit, welche schrecklichen Folgen gesellschaftliche Gleichgültigkeit, Ausgrenzung und fehlender Schutz von vulnerablen Gruppen haben können.“ Deshalb sei in allen Bereichen mehr Inklusion nötig.

Der „Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ erinnert seit 2005 weltweit am 27. Januar an die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung sowie an die Opfer anderer Minderheiten. In Deutschland wird er bereits seit 1996 begangen.