Rund 200 Organisationen und Personen haben sich hinter die zwölf „Berliner Register“-Stellen zur Dokumentation rechter und diskriminierender Vorfälle gestellt. Eine entsprechende Erklärung mit dem Titel „Wir stehen hinter den Berliner Registern – Für eine solidarische und vielfältige Stadtgesellschaft ohne Diskriminierung!“ wurde am Mittwoch in Berlin veröffentlicht. Die Erklärung sei die Reaktion auf einen mehrwöchigen „Shitstorm“, der sich gegen die Dokumentationsstellen richtete.
Über einen Zeitraum von sechs Wochen waren demnach 50 diffamierende Veröffentlichungen wie Artikel, Blogbeiträge, Youtube-Videos sowie Beiträge auf X, vormals Twitter, und Telegram erschienen. Neben Telefonanrufen und beleidigenden E-Mails seien fast 1.200 Falschmeldungen an die „Berliner Register“ gesendet worden.
Kati Becker von der „Berliner Register“-Koordination erklärte: „Das war kein normaler Shitstorm.“ Der Zeitpunkt der Kampagne habe den Eindruck hinterlassen, dass gezielt vor den Landtagswahlen in Bayern und Hessen Wähler für die AfD mobilisiert werden sollten. Hetzkampagnen und Shitstorms würden strategisch eingesetzt. Sie erwarte auch für die kommenden Landtagswahlen in Ostdeutschland entsprechende Kampagnen.
Die „Berliner Register“-Stellen dokumentieren nach eigenen Angaben seit fast 20 Jahren rechte und diskriminierende Vorfälle im Berliner Stadtgebiet. Pro Jahr würden so mehrere Tausend rassistische, antisemitische, extrem rechte, antifeministische, queerfeindliche, gegen obdachlose und behinderte Menschen gerichtete Vorfälle registriert.