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Sikh-Biker von Helmpflicht befreit – aus religiösen Gründen

Die rund 16.000 Sikhs sind im überwiegend muslimischen Pakistan eine religiöse Minderheit. Ihr Kernland ist der zwischen Indien und Pakistan geteilte Punjab.

In der pakistanischen Provinz Punjab ist die religiöse Minderheit der Sikhs künftig von der Helmpflicht als Motorradfahrer befreit. Das habe Ministerpräsidentin Maryam Nawaz aus Respekt vor der Religion der Sikhs angekündigt, die Männer zum Tragen eines Turbans verpflichtet, berichteten pakistanische Medien am Samstag. “Der Turban ist Ausdruck der Identität der Sikh-Gemeinschaft und ihres religiösen Glaubens”, so Nawaz.

Viele Heilige Stätten der Sikhs, darunter der Geburtsort von Sikh-Gründer Guru Nanak, befinden sich im pakistanischen Punjab. Trotz ihrer kleinen Mitgliederzahl spielen die Sikhs eine Rolle in Pakistans Gesellschaft und Wirtschaft. Jedes Jahr ziehen Tausende Pilger aus aller Welt zu den Heiligen Stätten und Wallfahrtsorten.

Der Sikhismus ist eine monotheistische Religion, die im 15. Jahrhundert durch Guru Nanak im Punjab gegründet wurde. Er lehrt Gleichheit aller Menschen, lehnt das Kastensystem ab und betont den Glauben an einen einzigen, unkörperlichen Gott, der durch ehrliche Arbeit, Gebet und Dienst an der Menschheit erfahren wird. Der pakistanische Punjab ist mit rund 133 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Provinz Pakistans und auch Heimat des größten Teils der christlichen Minderheit des mehrheitlich muslimischen Pakistan.