Frankfurt a.M. Das Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 hat seinen Kurs im Mittelmeer geändert, um der manövrierunfähigen Louise Michel zu helfen. Die Organisation Sea-Watch teilte auf Twitter mit, die beiden Rettungsschiffe seien noch vier Stunden voneinander entfernt. Die zehn Besatzungsmitglieder der Louise Michel kümmern sich inzwischen um insgesamt 219 Menschen, nachdem ein weiteres Boot mit 130 Menschen gesichert wurde. Das Rettungsschiff bat bereits die italienische Küstenwache und das maltesische Militär um Hilfe.
Eine Person sei bereits tot aufgefunden, teilte die Besatzung der “Louise Michel” auf Twitter mit. Unter den Geretteten seien viele Frauen und Kinder. Aufgrund des überfüllten Decks und einer an der Seite ausgefahrenen Rettungsinsel sei das Schiff manövrierunfähig.
???? BREAKING: Da die #LouiseMichel mitten in einer weiteren dramatischen Rettungsaktion manövrierunfähig ist, hat die #SeaWatch4 – immer noch über 4 Stunden entfernt – den Kurs geändert, um zu helfen. Warum? Weil europäische Behörden erneut Hilfe verweigern. Schande über die #EU! https://t.co/DGEz2f58QD
— Sea-Watch (@seawatchcrew) August 29, 2020
Die “Louise Michel” hatte bei den zurückliegenden Rettungsaktionen der Sea-Watch 4 assistiert. Das überwiegend aus kirchlichen Spenden finanzierten Sea-Watch-Schiff nahm in den vergangenen Tagen mehr als 200 Menschen auf und wartet ebenfalls auf einen sicheren Hafen. Der international bekannte Street-Art-Künstler Banksy unterstützt die Louise Michel. Er kaufte das frühere Schiff der französischen Marine für die Seenotrettung im Mittelmeer und bemalte es. Kapitänin der “Louise Michel” ist Pia Klemp, die auch schon für Sea-Watch im Einsatz war. (epd)