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Rita-Clemens-Menschenrechtspreis für Detlef Garbe

Detlef Garbe erhält von der „Rom und Cinti Union“ (RCU) den Rita-Clemens-Menschenrechtspreis. Garbe stehe seit Jahrzehnten für eine engagierte und verantwortungsbewusste Erinnerungskultur in Hamburg, teilte die RCU mit. Der Preis werde ihm am Montagabend (18 Uhr) in der evangelischen Hauptkirche St. Katharinen verliehen.

Garbe wurde den Angaben nach 1956 in Göttingen geboren und studierte Geschichte, Religion und Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg. 1989 habe er zur Geschichte der Zeugen Jehovas im Dritten Reich promoviert. Viele Jahre habe er als Lehrbeauftragter für Zeitgeschichte an der Uni Hamburg gearbeitet.

Bereits früh in seiner wissenschaftlichen Arbeit habe er sich mit bis dahin marginalisierten Gruppen auseinandergesetzt. 1982 sei er zusammen mit der RCU Mitbegründer der Projektgruppe für die vergessenen Opfer des NS-Regimes gewesen, in der erstmals systematisch die Ausgrenzung der Roma und Sinti aus den sogenannten Entschädigungsverfahren aufgearbeitet worden sei, informierte die RCU. Aus dieser Forschungsarbeit sei in der Folgezeit die Hamburger Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte entstanden.

Durch sein Engagement für Gedenkstätten- und Ausstellungsprojekte habe Garbe die Erinnerungsarbeit in der Stadt und weit darüber hinaus entscheidend geprägt. 2015 sei eine Zusammenschau seiner Forschungen zur KZ-Historiographie unter dem Titel „Neuengamme im System der Konzentrationslager“ erschienen. Er habe geholfen, die Geschichte der Roma und Sinti in Hamburg dauerhaft in die Bildungs- und Aufklärungsarbeit der Hamburgischen Gedenkstätten hinein zu verankern, würdigte die RCU.

Die „Rom und Cinti Union“ ist nach eigenen Angaben die Interessenvertretung der Hamburger Roma und Sinti und setzt sich seit den 1970er Jahren für ihren Schutz in der Hansestadt, gegen Verfolgung und Antiziganismus ein. 1918 hat sie den Rita-Clemens-Menschenrechtspreis zum ersten Mal ausgelobt. Sie ehrt damit Menschen, die sich in besonderen Maße für Menschenrechte und die Erinnerung an die Opfer von rassistischer Gewalt und Verfolgung einsetzen. Der Name des Preises erinnert an Rita Clemens, die im Alter von vier Monaten nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde.