Nach Überzeugung von Regionalbischof Klaus Stiegler ist das Wunder von Bethlehem eine „Sternstunde für unser Leben“, weil Gott, der Schöpfer, zu den Menschen komme und sich einmische in das Leben auf der Welt. „Er kommt als Mensch in seine Welt“ und gebe sich als „Hoffnungslicht für unser Zusammenleben“ zu erkennen, sagte Stiegler am Heiligen Abend (Mittwoch) in der Dreieinigkeitskirche in Regensburg laut Predigtmanuskript.
Die biblische Geschichte von Bethlehem lese sich wie ein „Passwort für Veränderung, für Hoffnung, Zuversicht und lichtvolle Zeiten“, erläuterte er. Bethlehem sei so etwas wie eine „Chiffre für Gottes Verheißung auf bessere Zeiten“. Darin liege eine Hoffnung auf Weltveränderung und zugleich „der Schlüssel für Gerechtigkeit und Frieden“ in der Welt, sagte Stiegler, der einer der beiden Regionalbischöfe im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern ist.
Weihnachten trage diese besondere Kraft in sich. Trotzdem sei die biblische Weihnachtsgeschichte weit entfernt von Idylle, sagte er weiter. Die Nacht von Bethlehem sei keine heile Welt, sondern verweise auf die dunklen Nächte im Leben eines Menschen, die viele Gesichter haben könne: eine persönliche Krise, der Tod eines lieben Menschen, eine Erkrankung. Doch mit der Ankunft des Krippenkindes von Bethlehem zeige Gott, dass er die Menschen nicht allein lasse, sagte Stiegler. „Er steht unsichtbar neben uns.“
Inmitten von Kriegen und Krisen, von Hass und Terror komme Gott zu den Menschen und werde nicht müde, „den Frieden auf Erden stark und mächtig zu machen“, sagte Stiegler weiter. Diese besondere Kraft feierten Christen in aller Welt an Weihnachten. Davon erzähle auch das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“. Zu Weihnachten werde es in 350 Ländern gesungen. Mindestens 2,5 Milliarden Menschen könnten es jüngsten Schätzungen zufolge in ihrer jeweiligen Sprache mitsingen, sagte Stiegler. Es sei damit nicht nur das weit verbreitetste Weihnachtslied, sondern das weltweit bekannteste Lied überhaupt. (4026/24.12.2025)