Den 81. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz nutzt Polens Präsident Karol Nawrocki für eine Forderung: deutsche Wiedergutmachung für die Polen im Zweiten Weltkrieg zugefügten Gräueltaten.
Polens Präsident Karol Nawrocki hat von Deutschland erneut Entschädigungszahlungen für den Zweiten Weltkrieg verlangt. In einer Ansprache im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz warf er am Dienstag dem deutschen Staat vor, Polen bis heute keine Reparationen für die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs gezahlt zu haben.
“So baut man keine friedliche Welt auf. Für jedes Verbrechen und jeden Krieg muss man einfach bezahlen und sich entschuldigen”, sagte Nawrocki am 81. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. “Erst dann können wir das Gefühl haben, dass wir unsere heutige Pflicht erfüllt haben.” Auschwitz bezeichnete der rechtskonservative Politiker als Symbol der nationalsozialistischen Ideologie aus Deutschland und als “Beweis für das Bestialische, für die Barbarei”.
Nawrocki hatte sich auch bei seinem Antrittsbesuch im September in Berlin für deutsche Kriegsreparationen in Billionenhöhe ausgesprochen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wiesen dies zurück. Steinmeier erklärte damals, die Reparationsfrage sei aus deutscher Sicht rechtlich abschließend geklärt. Eine Mehrheit der Polen befürwortet Umfragen zufolge allerdings weiter deutsche Entschädigungszahlungen für die im Zweiten Weltkrieg zugefügten Verluste.