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“Mutpost”: Online-Briefe für Menschen in Krisen

Mit persönlichen Briefen will “Mutpost” Hoffnung geben und Menschen in seelischen Notlagen unterstützen. Das Projekt basiert auf einem Vorbild aus England.

"Mutpost" bekommen Menschen in Krisen
"Mutpost" bekommen Menschen in KrisenImago / Dirk Holst

Mit „Mutpost“ geht am Mittwoch eine neue Plattform zur niedrigschwelligen Hilfe für Menschen in psychischen Krisen online. Über ein Kontaktformular könnten persönliche Briefe geschrieben werden, in denen Erfahrungen, Gedanken und Mutmach-Momente geteilt werden, teilte das initiierende Werner-Felber-Institut in Dresden mit. Die geprüften Briefe würden dann auf der Seite hochgeladen und sollen Menschen in Not Halt geben.

Durch die echten Geschichten von Menschen, die Krisen überwunden haben, werde Hoffnung vermittelt und das Bewusstsein dafür gestärkt, dass schwierige Phasen überwindbar sind. „Gerade in schwierigen Lebensphasen kann es entscheidend sein, Hoffnung und Worte des Trostes zu finden, die zeigen: Du bist nicht allein“, erklärte die Vorstandsvorsitzende des Instituts, Ute Lewitzka. Zusätzlich biete die Plattform einen Soforthilfe-Button und eine Übersicht zu weiterführenden Angeboten und Anlaufstellen.

Idee für “Mutpost” kommt von Ben West aus England

Die Idee zu „Mutpost“ kommt von der englischsprachigen Website „reasons to stay“ („Gründe zu bleiben“). Demnach startete Ben West das Projekt, nachdem sich sein Bruder Sam im Alter von 15 Jahren das Leben genommen hatte. Für die Website wurden bislang knapp 870.000 Briefe geschrieben.

Laut Angaben des Werner-Felber-Institut ist Suizid die häufigste Todesursache bei Menschen unter 25 Jahren. Jedes Jahr würden sich in Deutschland rund 10.000 Menschen das Leben nehmen.

Zur “Mutpost” geht es hier.