Die Alte Nationalgalerie in Berlin hat ein Gemälde des impressionistischen Malers Lovis Corinth (1858-1925) geschenkt bekommen. Zuvor hatte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) das Porträt „Eleonore von Wilke“ an die Erben der einstigen Eigentümer Ismar und Käthe Littmann zurückgegeben. Es habe genügend Tatsachen und Indizien für einen verfolgungsbedingten Verlust des Gemäldes in der Nazizeit gegeben, teilte die Stiftung am Dienstag in Berlin mit.
SPK-Präsidentin Marion Ackermann sprach von einer „großzügigen Geste“ der Erben: „An diesem Fall zeigt sich, dass die Erforschung von Provenienzen teils lange dauern kann, sich aber Lücken auch nach Jahren immer noch schließen können.“
Ismar Littmann (1878-1934) war den Angaben zufolge ein deutscher Rechtsanwalt und Notar in Breslau. In den 1920er Jahren habe er eine umfangreiche Kunstsammlung mit damals zeitgenössischen Künstlern aufgebaut. Den Erwerb finanzierte er demnach vor allem durch Kredite. Dabei verwendete er regelmäßig Kunstwerke als Sicherheiten für Banken. Das 1907 entstandene Gemälde gehörte spätestens seit 1930 in die Sammlung Littmann, hieß es weiter.
Als Jude verlor Littmann 1933 zunächst seine Zulassung als Rechtsanwalt. Nach einem Suizidversuch Ende 1933 starb er am 23. September 1934. Seine Familie geriet in der Folge in eine wirtschaftliche Notlage und war gezwungen, große Teile der Kunstsammlung zu verkaufen, hieß es.