In der Überwasserkirche in Münster sind ab kommender Woche großformatige Porträts von ukrainischen Flüchtlingen zu sehen. Die Wanderausstellung „Verloren – gefunden“ vom 26. Januar bis 27. Februar stellt 15 Frauen und Männer vor, die seit ihrer Flucht vor dem Krieg in der Heimat im Münsterland leben, wie der Caritasverband für die Diözese Münster am Dienstag mitteilte. Die Fotografien von Günter Benning ermöglichten einen Blick auf diese Neuanfänge. Die Texte zu den Bildern sind ins Deutsche übersetzt. Die Initiative zu der Fotoausstellung ging von den Ehrenamtlichen Heinz Kues und Bernhard Hülsken aus. Den Kontakt stellte der Verein „You are. Ukraine-Hilfe aus aller Welt“ her.
„Ursprünglich gab es die Idee eines individuellen Fotobuches, das die beteiligten Personen in ihre Heimat schicken könnten“, erzählte Kues. Aus den Interviews habe sich eine Bilderausstellung mit persönlichen Geschichten entwickelt. Erzählt wird etwa von der jungen Architekturstudentin, die in Greven einen Job in der Logistik gefunden hat, bis zur fünfköpfigen Familie, die die ukrainische Kultur in der Kirchengemeinde in Münster pflegt.
„Ich hatte todtraurige Menschen erwartet“, sagte Fotograf Benning. Getroffen habe er dann Menschen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und nicht lange von staatlicher Unterstützung leben wollten. Viele jobbten auch vor Ende des deutschen Sprachkurses, zwei Frauen aus Irpin hätten neben der Arbeit im Postverteilzentrum ein Schnellrestaurant eröffnet. Von den porträtierten Männern zeigten sich laut Benning manche verunsichert. Sie fürchteten, verurteilt zu werden, weil sie nun in Deutschland und nicht in der umkämpften Ukraine seien, schildert der Fotograf, der bis zu seiner Pensionierung 2023 Lokalredakteur in Greven war.