Rund 650.000 Menschen in Deutschland leiden an chronischer Erschöpfung. Oft tritt sie nach Infektionen, etwa einer Covid-Erkrankung, auf. Nun soll mehr Geld in die Erforschung solcher Krankheitsfolgen fließen.
Langzeitfolgen von Infektionen wie Corona sollen besser und umfassender erforscht werden. Zu diesem Zweck hat Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) eine sogenannte Nationale Forschungsdekade mit einer Anfangsförderung von einer halben Milliarde Euro ausgerufen. “Die Krankheiten zerstören Lebenspläne und sind eine kaum vorstellbare Aufgabe für die Betroffenen, für die Familien und damit auch für unsere Gesellschaft”, sagte Bär am Freitag in Berlin.
Mit der auf zehn Jahre angelegten Förderung sollen unter anderem großangelegte Kohorten und Biobanken angelegt werden, um die Diagnostik von postinfektiösen Erkrankungen zu beschleunigen und zu verbessern. Derzeit werden beim Erkennen postinfektiöser Erkrankungen wie dem chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) oftmals lange vermutete andere Erkrankungen ausgeschlossen.
Es brauche langfristige Strategien, um die Mechanismen zu verstehen, und es seien bessere Therapieansätze nötig, so Ministerin Bär. Dabei müsse insbesondere die individuelle Lage der Betroffenen stärker in den Blick genommen werden. Im Februar soll ein Steuerungskreis über die Mittelvergabe entscheiden.