Als erste Region Deutschlands hat die Metropolregion Nürnberg am Donnerstag in Berlin ihre Bewerbung um den Titel „Welt-Agrarkulturerbe“ präsentiert. Mit dem Vorhaben will die Region „ihren einzigartigen Schatz an Agrarkultur sichtbar machen und seine Bedeutung für eine zukunftsfähige Metropolregion untermauern“, teilte die Geschäftsstelle der Metropolregion am Freitag mit. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) lobte die Region demnach bei der Vorstellung auf der Grünen Woche in Berlin als Vorzeigemodell für eine gelungene Verbindung von Stadt und Land.
Im Zentrum der Bewerbung stehe „die über Jahrhunderte gewachsene, einzigartige stadtnahe Land- und Ernährungswirtschaft“, hieß es. Das agrarkulturelle Erbe der Region gelte als Mischung aus kleinteiliger Landwirtschaft, regionaler Ernährungskultur und vielfältigen Kulturlandschaften. Diese reichten vom Nürnberger Knoblauchsland, dem größten urbanen Gemüseanbaugebiet Deutschlands, über eine jahrhundertealte Karpfenteichwirtschaft in der Oberpfalz und im Aischgrund bis hin zu Streuobstwiesen und Weinbergen in Franken.
„Mit der Bewerbung wollen wir unseren Schatz an Agrarkultur bewahren und international sichtbar machen“, sagte Klaus Peter Söllner, Sprecher des Beirats Welt-Agrarkultur und Landrat im oberfränkischen Kulmbach laut Mitteilung. Mit ihren Erzeugnissen versorge die Region nicht nur die Menschen, sondern leiste auch wichtige Dienste in der Landschaftspflege.
Den Titel als Welt-Agrarkulturerbe vergibt die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom. Offiziell eingereicht wird die Bewerbung über das Bundeslandwirtschaftsministerium. Mit dem Programm „Globally Important Agricultural Heritage System“ würdige die FAO seit 2002 weltweit landwirtschaftliche Systeme, die durch ihr traditionelles Wissen, ihre ökologische Resilienz und ihre kulturelle Bedeutung herausragen. Bislang haben 104 landwirtschaftliche Systeme aus 28 Ländern den Titel erhalten. (0219/23.01.2026)