Das Besucherinteresse an Sachsen-Anhalts Gedenkstätten lag im vergangenen Jahr höher als in den Vorjahren. Die drei NS-Gedenkstätten und die Gedenkstätte Deutsche Teilung registrierten insgesamt 168.700 Besucherinnen und Besucher. Das war eine Steigerung um mehr als sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr (158.500), sagte Stiftungssprecher Matthias Ohms in Magdeburg dem Evangelischen Pressedienst (epd). Lediglich die größte Einrichtung, die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, hatte einen Rückgang um 1,4 Prozent auf 97.000 Besucherinnen und Besucher zu verzeichnen.
Hingegen verdoppelten sich die Besucherzahlen in der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen (Altmark) auf 12.000. Auch in der Gedenkstätte Roter Ochse in Halle (Saale) kam es 2025 zu einem Anstieg der Besucherzahlen um 22 Prozent auf 19.700. Ursache sei eine mit internationalen Partnern erarbeitete Wanderausstellung zum Reichskriegsgericht und der Rolle der NS-Militärjustiz bei der Bekämpfung des Widerstands in Europa gewesen. Zudem gibt es die Gedenkstätten des KZ-Außenlagers Langenstein-Zwieberge im Harz, des KZ Lichtenburg Prettin sowie die Gedenkstätte für Opfer der NS-Euthanasie Bernburg (Anhalt).
Die Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt blieben 2024 und 2025 von antisemitischen, israelfeindlichen oder anderen menschenfeindlichen Vorfällen verschont. Jedoch sei „ein Anstieg von kritischen Diskussionen mit teils grenzwertigen Ansichten in den Gedenkstätten zu erkennen“, hieß es.