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Kritik an Kontaktgebühr für Arztbesuche

Der Vorschlag des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, für eine Kontaktgebühr bei Arztbesuchen stößt in Politik und Verbänden auf Ablehnung. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag), es gehe dabei nicht um Patientensteuerung, „sondern um Kasse machen“. Qualität spiele dabei keine Rolle, es werde für mittelmäßige Leistungen viel Geld ausgegeben.

Ebenfalls in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe warnte Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, vor einer abschreckenden Wirkung von Gebühren auf Menschen mit geringem Einkommen. Notwendige Behandlungen würden dann verschoben und dadurch am Ende teurer. „Anstatt Behandlungen niedrigschwellig und unbürokratisch zu gestalten, führen Praxisgebühren zu einer zusätzlichen Belastung von Versicherten und Arztpraxen“, sagte Rock.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Janosch Dahmen, sagte der „Rheinischen Post“ (Montag), drei oder vier Euro pro Arztbesuch steuerten weder sinnvoll in die richtige Versorgung noch senkten sie spürbar Ausgaben. „Sie produzieren vor allem neue Bürokratie“, sagte Dahmen. Der SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis nannte die Vorschläge in den Funke-Zeitungen „unsozial, ineffektiv und gesundheitspolitisch falsch“.

Gassen hatte eine Kontaktgebühr von drei oder vier Euro für jeden Arztbesuch vorgeschlagen. Dies könne die Einnahmen der Krankenkassen erhöhen, hatte Gassen der „Bild“-Zeitung (Montag) gesagt.