In Kolumbien haben zwei der größten Guerillagruppen eine Waffenruhe über die Feiertage bis Anfang Januar angekündigt. Der kolumbianische Radiosender W veröffentlichte entsprechende Erklärungen der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) sowie der Splittergruppe EMC der aufgelösten FARC-Guerilla. Ziel sei es, dass „kolumbianische Familien sich ohne Angst vor bewaffneten Auseinandersetzungen treffen können“, erklärte der EMC.
Freilassung aller Geiseln bleibt zentrale Forderung in Kolumbien
Die kolumbianische Ombudsfrau für Menschenrechte, Iris Marín Ortiz, begrüßte die Ankündigungen grundsätzlich, kritisierte jedoch deren begrenzten Umfang. „Es wäre nur schlüssig, auch alle entführten Personen freizulassen“, schrieb sie auf der Plattform X. Zudem erinnerte Ortiz daran, dass bereits im vergangenen Jahr eine ähnliche Kampfpause ausgerufen worden sei, die Kämpfe danach aber sogar intensiver wurden.
Recibimos este mensaje con cierto alivio, pero también con angustia.
Si bien es básico que se mencione la obligación de respeto a la población civil, en las acciones del ELN observamos daños sostenidos a la población civil. Un gesto de coherencia sería, por ejemplo, la… https://t.co/LvfxJ4iJX7
— Iris Marín Ortiz (@MarnIris) December 21, 2025
In Kolumbien herrscht seit den 1960er Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen dem Staat, Guerilla-Gruppen und paramilitärischen Milizen. Nach dem Friedensabkommen von 2016 mit der größten Guerillaorganisation FARC spalteten sich mehrere Gruppen ab und setzten den bewaffneten Kampf fort. Auch die ELN, die nicht an den Verhandlungen beteiligt war, führte ihre militärischen Aktionen weiter.
Millionen Menschen in Kolumbien auf der Flucht vor Konflikten
Derzeit kommt es mehreren Landesteilen zu heftigen Auseinandersetzungen. Dabei verüben bewaffnete Gruppen Anschläge auf lokale Politiker und Einheiten des kolumbianischen Militärs. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks sind rund sieben Millionen Menschen innerhalb Kolumbiens auf der Flucht vor der Gewalt. Seit Beginn des Konflikts sind rund 300.000 Menschen getötet worden.
