Kirchen und Diakonie in Sachsen-Anhalt haben den angekündigten vorzeitigen Rückzug von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mit Überraschung zur Kenntnis genommen. „Als dienstältester Ministerpräsident, der zudem für die Kirchen stets ein offenes Ohr hatte und ein verlässlicher Gesprächspartner war, hinterlässt er große Fußstapfen“, sagte der Bischof des katholischen Bistums Magdeburg, Gerhard Feige, am Donnerstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd).
Der Beauftragte der evangelischen Kirchen beim Land, Albrecht Steinhäuser, sagte, die Kirchen hätten die Entscheidung Haseloffs „mit Respekt zur Kenntnis genommen“. Die Entscheidung zeuge „von seiner Grundüberzeugung, die Interessen des Landes über die persönlichen zu stellen“, hieß es von der Evangelischen Landeskirche Anhalts.
Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Christoph Stolte, drückte seine Hoffnung auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit der Regierungskoalition aus CDU, SPD und FDP aus: „Wir brauchen eine Landesregierung, die ansprechbar, zuverlässig und handlungsfähig ist.“ Ansonsten werde man den angekündigten vorzeitigen Wechsel des Ministerpräsidenten nicht bewerten.
Der 71-jährige Haseloff hatte diese Woche angekündigt, sich Ende Januar vom Amt des Ministerpräsidenten zurückzuziehen. Er wolle aber weiterhin Landtagsabgeordneter bleiben. Zu seinem Nachfolger soll am 28. Januar im Landtag der bisherige Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) gewählt werden.