Fast alle Jugendlichen (95 Prozent) besitzen ein Smartphone – und nutzen dieses durchschnittlich fast vier Stunden (231 Minuten) täglich, zeigt die JIM-Studie 2025, die am Freitag veröffentlicht wurde. „JIM“ steht für Jugend, Information, Medien. Für die repräsentative Studie wurden vom 2. Juni bis 12. Juli 2025 insgesamt 1.200 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren in Deutschland telefonisch und online befragt.
Bei der Nutzung des Smartphones gibt es Altersunterschiede: Die 12- bis 13-Jährigen kommen auf eine durchschnittliche Bildschirmzeit von unter drei Stunden (166 Minuten) täglich, Volljährige sogar auf über viereinhalb Stunden (278 Minuten). Wie Ivonne Gerigk von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg bei der Präsentation der Ergebnisse sagte, falle vielen jungen Menschen die Handyregulierung schwer. So stimmten zwei Drittel der Aussage voll oder weitgehend zu, dass sie häufig mehr Zeit am Handy verbringen als ursprünglich geplant, und drei von zehn sind morgens oft müde, weil sie nachts zu lange am Handy waren.
Die Nutzung des Internets kann ebenfalls für Schwierigkeiten sorgen: Zwei Drittel der Jugendlichen gaben an, im Verlauf des letzten Monats Fake News begegnet zu sein. Von Beleidigungen im Netz berichteten 64 Prozent, 59 Prozent von extremen politischen Ansichten. Fast die Hälfte der Jugendlichen kam im Internet in Kontakt mit Hassbotschaften und Verschwörungstheorien.
Jugendliche benutzen KI-Anwendungen deutlich häufiger als im Vorjahr: ChatGPT, die mit Abstand wichtigste KI-Anwendung unter den 12- bis 19-Jährigen, haben 84 Prozent bereits verwendet – im Jahr 2024 waren es noch 57 Prozent, 2023 erst 38 Prozent.
Inzwischen arbeitet die Hälfte der Jugendlichen mindestens mehrmals pro Woche mit ChatGPT. 57 Prozent der Jugendlichen halten die von der KI aufbereiteten Informationen für vertrauenswürdig. Mit einem Mehr an Künstlicher Intelligenz sei es noch wichtiger, dass Jugendliche Informations- und Nachrichtenkompetenz besitzen, heißt es in der Studie.
Wenn es um das Kommunizieren und Teilen von Inhalten geht, ist die mit Abstand meistgenutzte App weiterhin WhatsApp mit 96 Prozent regelmäßiger Nutzung. Hinter Instagram (63 Prozent) liegt nun Snapchat (56 Prozent) erstmals seit 2020 wieder auf Rang drei der regelmäßig genutzten Apps. Erst dahinter folgt TikTok mit 53 Prozent.
Laut der Studie verbringen die Befragten insgesamt 88 Minuten täglich mit Gaming. Das Lieblingsspiel der Jugendlichen bleibt auch 2025 „Minecraft“: Rund ein Viertel führt es unter den drei Lieblingsspielen auf. Auf Platz zwei folgt „Fortnite“ mit 14 Prozent, auf Platz drei „Roblox“ mit 12 Prozent.
Das Anschauen von Filmen und Videos findet auch 2025 für zwei Drittel der Jugendlichen am häufigsten bei YouTube statt. Gut die Hälfte nutzt hierfür Netflix, ein Drittel das lineare Fernsehen und ein gutes Viertel sieht mindestens mehrmals pro Woche bei Amazon Prime Videos.
Bei der nicht medialen Freizeitgestaltung deutet sich ein Wandel an: Erstmals seit Beginn der JIM-Studie im Jahr 1998 steht Sport (69 Prozent) auf Platz eins der regelmäßigen Freizeitaktivitäten – vor Treffen mit Freunden (64 Prozent). 30 Prozent engagieren sich mindestens einmal pro Monat ehrenamtlich. Ebenso viele besuchen monatlich eine Kirche oder einen Gottesdienst. 43 Prozent der Befragten bezeichnen sich als gläubig, 14 Prozent davon als sehr gläubig.
Was die persönliche Zukunft betrifft, blickt knapp ein Drittel mit Vorfreude auf den bevorstehenden Schulabschluss oder das Studium. Ein Viertel freut sich auf die Volljährigkeit oder einen ersten Job. Insgesamt 17 Prozent sagten, sie könnten nichts nennen, auf das sie sich in der Zukunft freuen. Insgesamt vier von zehn Jugendlichen sorgen sich über das aktuelle Weltgeschehen. Ein Viertel beschäftigt das Thema Kriege, 15 Prozent sorgen sich aber auch über die generelle politische Entwicklung in Deutschland und weltweit.
Die Studienreihe JIM wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR) erstellt. Der mpfs ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Medienanstalt Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen (2920/14.11.2025)