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Hammonia-Preis für Journalistin Kersten Artus

Die Journalistin Kersten Artus hat den Hammonia-Preis für das Jahr 2025 erhalten. Der Landesfrauenrat Hamburg würdigt damit laut Mitteilung von Dienstag Artus’ „langjähriges Engagement für das Recht, eine ungewollte Schwangerschaft selbstbestimmt beenden zu können“. Artus ist ehrenamtliche Vorsitzende von Pro Familia Hamburg. Von 2008 bis 2025 gehörte sie für die Linkspartei der Hamburgischen Bürgerschaft an. Mit ihrer Expertise sei sie Teil des Ethikrats der „CarePreg“-Studie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gewesen und habe das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung initiiert.

Der Landesfrauenrat erklärte, Aktivistinnen und Aktivisten für reproduktive Rechte seien permanent Anfeindungen ausgesetzt. So habe sich Artus nicht nur selbst juristisch gegen fanatische Abtreibungsgegner wehren müssen, sondern sie habe auch Ärztin Kristina Hänel bei einem Gerichtsverfahren unterstützt. Hänel habe sich über das Verbot laut Paragraf 219a des Strafgesetzbuches hinweggesetzt, auf ihrer Website Gesundheitsinformationen über Schwangerschaftsabbrüche bereitzustellen. Artus habe die Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit organisiert und mit Hänel den Verein Pro Choice Deutschland gegründet. „Ihr Kampf war erfolgreich“, so der Landesfrauenrat: Paragraf 219a sei abgeschafft worden.

Artus sagte: „Ich hoffe, dass Hammonia eine starke Botschaft von Hamburg aussendet: Es ist ein Irrglaube, dass Verbote und Kriminalisierung Schwangerschaftsabbrüche verhindern. Es war und ist ein großer Fehler, den Vorschlägen der fachübergreifenden Kommission von 2024 nicht zu folgen.“ Paragraf 218 des Strafgesetzbuches müsse „endlich auf den Müllhaufen der patriarchalen Geschichte“.

Seit 2008 verleiht der Landesfrauenrat Hamburg jährlich die Hammonia, benannt nach der Hamburger Stadtgöttin. Mit der Auszeichnung würden Frauen geehrt, die sich durch kompetentes und entschiedenes berufliches oder ehrenamtliches Handeln für die Gleichstellung von Frauen einsetzten, hieß es.