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Gynäkologin Schmutzler leitet Deutsche Krebshilfe

Auf die Geigerin Anne-Sophie Mutter folgt eine Medizinerin: Die Kölner Professorin Rita Schmutzler wird neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. Sie will sich unter anderem für eine bessere Datennutzung einsetzen.

Rita Schmutzler (68), Kölner Hochschullehrerin und Gynäkologin, wird zum 1. Februar neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. Sie löst in diesem Amt die Violinistin Anne-Sophie Mutter ab, die der Organisation seit 2021 vorstand, wie die Deutsche Krebshilfe am Donnerstag in Bonn mitteilt.

Schmutzler war bis 2025 Direktorin des Zentrums für familiären Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln. Sie ist spezialisiert auf die Betreuung von Personen mit einer familiären Belastung für Tumorerkrankungen und Sprecherin des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs. Sie wolle sich insbesondere für eine bessere Vernetzung von Versorgungsstrukturen, eine bessere Nutzung von Daten in der Onkologie sowie für den Bereich Krebsprävention einsetzen, sagte sie.

Schmutzler studierte von 1979 bis 1984 Humanmedizin an der Uni Bonn. Nach weiteren beruflichen Stationen übernahm sie 1994 den Aufbau und die Leitung des Zentrums für familiären Brust- und Eierstockkrebs an der Bonner Frauenklinik. Nach der Habilitation nahm Schmutzler 2003 den Ruf auf eine Stiftungsprofessur der Deutschen Krebshilfe für Molekulare Gynäko-Onkologie an der Uni Köln an und baute dort das deutschlandweit größte Zentrum für erblichen Brust- und Eierstockkrebs auf. Seit 2005 koordinierte sie das Konsortium der 23 Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs in Deutschland. Seit 2025 ist sie emeritiert.

Schmutzler erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Deutschen Krebspreis 2020 der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung, den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2021 sowie den Deutschen Preis für Krebspräventionsforschung 2023 des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Die 1974 von Mildred Scheel gegründete Deutsche Krebshilfe ist eine gemeinnützige Organisation, die Krebskrankheiten in all ihren Erscheinungsformen bekämpfen will. Sie fördert Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischen Nachsorge und psychosozialen Versorgung einschließlich der Krebs-Selbsthilfe. Sie ist der wichtigste private Geldgeber auf dem Gebiet der Krebsforschung in Deutschland.