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Greifswald: Angriffe auf linkes Hausprojekt Gütze59

Zwei Männer sollen in der Silvesternacht das Hausprojekt Gütze59 in Greifswald mehrfach angegriffen haben. Dabei seien Fensterscheiben eingeschlagen und Personen bedroht worden, wie das Projekt mitteilte. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Noch in der Tatnacht seien zwei Tatverdächtige gestellt worden. Es handle sich um einen 16- und einen 19-jährigen Deutschen, die alkoholisiert gewesen seien, sagte ein Polizeisprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Projekt, das sich selbst als links bezeichnet, spricht von „politisch motivierten“ Übergriffen.

Der erste Angriff soll nach Angaben des Hausprojekts gegen 2.30 Uhr am Neujahrsmorgen erfolgt sein. Demnach seien zwei vermummte Männer auf den Hauseingang zugelaufen und hätten Sprüche wie „Hier ist doch das Scheiß-Antifahaus. Kommt raus ihr Antifa-Schweine. Wir töten euch!“ gerufen. Sie sollen auch eine Flasche gegen ein Fenster geworfen haben, das zunächst unbeschädigt blieb. Die Täter seien danach geflüchtet.

Etwa 45 Minuten später sollen die beiden zurückgekehrt und mit einer geworfenen Flasche eine Fensterscheibe zertrümmert haben, so das Projekt. Beim dritten Angriff sollen beide mutmaßlichen Täter vermummt und mit Steinen auf vor dem Haus stehende Personen zugegangen sein. Als sich die Betroffenen in das Gebäude zurückgezogen hätten, sind nach Angaben des Projekts Steine gegen das Haus geworfen worden. Verletzt wurde niemand.

„Für uns ist dies ein Angriff auf unser Haus und auf unsere körperliche Unversehrtheit. Nur um ein Haar sind wir schweren Verletzungen entgangen“, sagte Pauline Schneider vom Hausprojekt Gütze59. Die Tat sei aus ihrer Sicht politisch rechts motiviert, sie sieht die Angriffe im Zusammenhang einer zunehmenden rechten Jugendkultur. Zuletzt habe es im Dezember 2025 Anschläge auf alternative Zentren in Rostock, Greifswald und Cottbus sowie Gewalt gegen Geflüchtete gegeben. Schneider: „Wir werden uns weiterhin klar und deutlich antifaschistisch positionieren und das im Viertel sichtbar machen.“