Die Initiative „NOlympia Hamburg“ plant eine Unterschriftensammlung als Gegenkampagne zum geplanten Bürgerschaftsreferendum über die Austragung Olympischer Sommerspiele in Hamburg. Das Ziel der Ende Januar startenden Sammlung bestehe darin, mit einer eigenen, olympiakritischen Stellungnahme im Abstimmungsheft zum Referendum vertreten zu sein, wie „NOlympia Hamburg“ am Dienstag mitteilte. Die Initiative muss dafür nach eigenen Angaben innerhalb von drei Wochen 10.000 gültige Unterschriften sammeln. Die Bürgerschaft stimmt am Mittwoch über den Antrag der Koalitionsfraktionen ab, am 31. Mai ein Referendum über die Olympia-Austragung in Hamburg abzuhalten.
„Hamburg hat viele Probleme – seien es massiv steigende Mieten, Armut, Verkehrschaos oder die Auswirkungen der drohenden Klimakatastrophe. Olympische Spiele tragen vielleicht zu einem guten Image bei – sie verschlimmern aber die Probleme“, erklärte Eckart Maudrich, Sprecher von „NOlympia Hamburg“. Die Initiative wirbt unter dem Slogan „Hamburg hat etwas Besseres verdient“ dafür, beim Referendum mit Nein zu Olympia zu stimmen.
Solange in Hamburg Wohnungsnot bestehe, würde Olympia die Mieten weiter nach oben treiben, prognostizierte Maudrich. Viele soziale Träger kämpften bereits jetzt ums Überleben. „Für Olympia hat der Senat dagegen die Spendierhosen an und macht in kürzester Zeit allein für die Bewerbung 20 Millionen Euro locker“, kritisierte der Sprecher. Sollten die Olympischen Spiele nach Hamburg kommen, würde das den Haushalt derart belasten, dass nicht mehr viel Geld für andere Dinge übrig bleiben. „Jeder Euro, der in das 30-Tage Mega-Event fließt, fehlt zum Beispiel bei Bildung, Mobilität, Wohnungsbau und sozialen Einrichtungen.“
Hamburg will sich – wie auch Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr – um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Voraussichtlich im Herbst will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sich festlegen, welches Konzept für die Sommerspiele 2036, 2040 und 2044 beim International Olympic Committee (IOC) eingereicht werden soll. Zuvor ist in Hamburg das Referendum geplant, bei dem die Hamburgerinnen und Hamburger darüber abstimmen können, ob die Stadt sich bewerben soll.