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Finanzielle Belastung von Pflegebedürftigen weiter gestiegen

Zum 1. Januar hatten Pflegebedürftige in baden-württembergischen Pflegeheimen im ersten Jahr im Durchschnitt eine Eigenbeteiligung von 3.532 Euro zu leisten. Das seien fast 300 Euro mehr als ein Jahr zuvor, teilte der Verband der Ersatzkassen (vdek) am Montag in Stuttgart mit. Im zweiten Jahr mussten Pflegebedürftige durchschnittlich 3.189 Euro (plus 257 Euro) monatlich zuzahlen. Im dritten Jahr lag die Eigenbeteiligung bei 2.732 Euro (plus 206 Euro), nach mehr als drei Jahren bei 2.160 Euro monatlich (plus 142 Euro).

Damit setze sich der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend fort. Weder die von den Pflegekassen gezahlten Zuschläge noch die Erhöhung der Pflegeleistungen um 4,5 Prozent zum 1. Januar 2025 konnten den Kostenanstieg spürbar abfedern. „Um die finanzielle Belastung Pflegebedürftiger spürbar zu reduzieren, muss das Land Baden-Württemberg seiner gesetzlichen Verantwortung nachkommen und die Investitionskosten vollständig übernehmen“, fordert Michael Mruck, Leiter der vdek-Landesvertretung Baden-Württemberg. Dies würde Pflegebedürftige um durchschnittlich 461 Euro pro Monat entlasten.

Mruck weist auf ein weiteres Entlastungspotenzial hin: „Die Ausbildung von Pflegekräften ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, derzeit tragen jedoch Pflegebedürftige die Kosten.“ Würde der Staat die Ausbildungskosten übernehmen, wäre dies im ersten Aufenthaltsjahr eine zusätzliche Entlastung von durchschnittlich 139 Euro pro Monat. (0199/26.01.2026)