In Ecuador hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen acht Mitglieder der Oppositionspartei Revolución Ciudadana wegen des Verdachts auf Geldwäsche aufgenommen. Wie die Tageszeitung „Primicias“ berichtete, wurden am Mittwoch (Ortszeit) unter anderem die Wohnungen der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Luisa González sowie des oppositionellen Abgeordneten Patricio Chávez durchsucht. Zu den Beschuldigten zählt auch der frühere Präsident Rafael Correa, der seit 2022 im politischen Asyl in Belgien lebt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Wahlkampagne der Opposition illegal mit Geldern aus Venezuela finanziert worden sein.
González sprach von politischer Verfolgung, wie der Radiosender Pichincha berichtete. „Die Regierung will die Opposition vernichten“, sagte sie. Die gezielte Verfolgung mutmaßlicher Delikte bei der Opposition bei gleichzeitiger Nichtverfolgung anderer Straftaten zeuge von politischem Kalkül. Zugleich warf González der Regierung Korruption vor. Die Regierung von Präsident Daniel Noboa äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.
González hatte die Stichwahl im April 2025 mit 44 Prozent der Stimmen gegen Noboa verloren. Bereits damals erhob sie Vorwürfe des Wahlbetrugs, ohne Belege vorzulegen. Präsident Noboa regiert das Land seit 2023 und verfolgt eine harte Politik zur Bekämpfung von Drogenbanden, die das Land zum Export von Kokain nach Europa nutzen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte der Regierung bereits in der Vergangenheit vorgeworfen, die Justiz politisch zu beeinflussen und die Kriminalitätsbekämpfung zur Verfolgung oppositioneller Organisationen zu nutzen.