In Krisenzeiten will der evangelische Kirchentag im Juni nach den Worten von Kirchentagspräsident Thomas de Maizière Hoffnung vermitteln. Mehrere Krisen zur gleichen Zeit ließen „unsere Zeiten“ wirklich als etwas Besonderes erscheinen, sagte der frühere Bundesminister am Donnerstag bei der Vorstellung des Programms für das größte christliche Laientreffen vom 7. bis 11. Juni in Nürnberg. Zeitenwende, Zeitenumbruch, in dieser besonderen Zeit wolle der Kirchentag in Nürnberg eine „Zeitendeutung“ versuchen. „Wir wollen mit unserer christlichen Botschaft Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger sein. Wir sind so eine Art Lagerfeuer“, sagte de Maizière.
Die Generalsekretärin des Kirchentages, Kristin Jahn, sagte, „wir verbinden Hoffen und Machen und knicken bei Krisen nicht ein“.
Auf den großen Hauptpodien des Kirchentags in Nürnberg wird laut den Veranstaltern unter anderem über die Klimakrise, Demokratie, Generationengerechtigkeit, Internationale Sicherheitspolitik und Waffenlieferungen debattiert. Ein wichtiger Schwerpunkt werde zudem das Thema Menschenrechte mit regionalen Projekten wie einem eigens entwickelten Audioguide zu Erinnerungsorten in Nürnberg und Fürth sein.
Weiße Flecke für aktuelle Themen
Erstmals seien im Programm sogenannte Weiße und Graue Flecken festgelegt worden. Die genauen Programmpunkte sollen erst kurz vor der Durchführung bekannt gegeben werden. So könnten auch aktuelle Ereignisse in das sonst monatelange im Voraus geplante Programm eingehen, hieß es.
Unter dem Titel „Welchen Frieden wollen wir? Grenzverschiebungen in der Friedensethik“ sollen der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Friedrich Kramer, der neue Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, und Sven Giegold (Grüne), Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, diskutieren.

2.000 Einzelveranstaltungen stehen auf dem Programm des 38. Deutschen Evangelischen Kirchentags, der unter dem Motto steht „Jetzt ist die Zeit“. Etwa 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet, darunter prominente Politiker wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Auch kirchliche Prominenz gehört zu den Gästen, darunter die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing.
Zum kulturellen Programm gehört das Kyiv Symphony Orchestra, das derzeit in Gera residiert. 3.000 Menschen singen in Chören oder spielen in den traditionellen Posaunenchören, die sich über die Stadt verteilen.
Kein Programmheft
Viele Programmpunkte sind auch in der Nachbarstadt Fürth geplant. Das Schwerpunktthema dort ist „Die Zukunft von Kirche und Glaube“. Dort soll auch ein Gottesdienst stattfinden, der von Künstlicher Intelligenz vorbereitet wird, hieß es.