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Befürworter von Reformen in Kirche sehen viele offene Baustellen

In Stuttgart tagt derzeit die letzte Vollversammlung des Synodalen Weges zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Nach sechs Jahren ziehen die Teilnehmer Bilanz. Und die fällt gemischt aus.

Mit Blick auf mögliche Reformen in der katholischen Kirche in Deutschland gibt es nach einer vom Synodalen Weg vorgestellten Auswertung noch Luft nach oben. Das betrifft etwa die Frage der verpflichtenden Ehelosigkeit von Priestern, den Umgang mit Homosexualität oder eine stärkere Beteiligung von Frauen. Teilnehmer der letzten Synodalversammlung in Stuttgart warnten am Freitag, dass der Frust bei vielen Katholiken wachse, und beklagten einen mangelnden politischen Willen bei den Verantwortlichen in den Bistümern, die Beschlüsse des Reformdialogs umzusetzen. “Es brennt die Hütte”, sagte etwa der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes.

Die 37-seitige Auswertung basierte auf Antworten aus 23 von 27 Bistümern. Demnach hat ein Großteil der Bistümer mit der Umsetzung der Beschlüsse des Synodalen Wegs begonnen. Defizite seien gleichwohl in verschiedenen Bereichen zu erkennen. Offen bleibe bislang auch, wie mit der Tatsache umzugehen ist, dass Briefe an den Vatikan immer noch auf eine Antwort warteten.

Im November wollen Bischöfe und Laien ihre Beratungen in einem neuen Gremium, der Synodalkonferenz, fortsetzen; vorbehaltlich der Zustimmung aus Rom. Grundsätzlich rät das Team, das die Auswertung in Stuttgart vorstellte, dazu, sich bei künftigen Beschlusstexten kürzer zu fassen, Verantwortliche für deren Umsetzung zu benennen und Kriterien zur Überprüfbarkeit der Umsetzung zu erarbeiten.