In Mecklenburg-Vorpommern haben immer mehr Mädchen und junge Frauen eine Essstörung. Von 2018 bis 2023 sei die Betroffenheit um 65,8 Prozent gestiegen, von 76 auf 126 von 10.000 jungen Frauen, teilte die Barmer-Krankenkasse am Freitag mit. Besonders häufig sind Essstörungen bei jungen Frauen und Mädchen in Rostock (162 von 10.000) und Schwerin (161 von 10.000).
Ein möglicher Grund für diese Entwicklung seien die sozialen Medien und deren Einfluss auf Schönheitsideale, hieß es. „Dieser Druck führt nicht selten zu einer Essstörung. Familien sollten auf Anzeichen achten und frühzeitig Hilfe suchen“, sagte Henning Kutzbach, Barmer-Landesgeschäftsführer in Mecklenburg-Vorpommern.
Jungen und junge Männer würden deutlich weniger häufig an einer Essstörung leiden. Im Jahr 2018 waren 17 von 10.000 jungen Männern in Mecklenburg-Vorpommern betroffen, im Jahr 2023 stieg diese Zahl auf 20 (um 17,7 Prozent).
Die Zahl der tatsächlich betroffenen jungen Menschen falle jedoch sicher höher aus. Nicht selten blieben Essstörungen unentdeckt. „Es ist wichtig, genau hinzuschauen, wenn vor allem Heranwachsende sich plötzlich sehr mit gesunder Ernährung, Körperwahrnehmung oder vermeintlichen Schönheitsidealen beschäftigten“, sagte Kutzbach.
Mögliche Warnsignale seien ein rascher Gewichtsverlust, das Vermeiden gemeinsamer Mahlzeiten, heimliches Essen sowie häufige Gespräche über Kalorien und Diäten. Aufklärung, kritische Berichterstattung und zielgruppengerechte Informationen zu unrealistischen Körperbildern auf Social Media könnten Jugendlichen dabei helfen, diese zu hinterfragen.