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Ausstellung zeigt Deportationsfotos von 1938-1945

Fotos von Deportationen aus dem nationalsozialistischen Deutschland zeigt eine Ausstellung im Foyer des Bayerischen Rundfunks (BR) in München. Die Schau „Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945“ ist dort von 20. Januar bis 11. Februar zu sehen, wie das städtische Kulturreferat mitteilte. Zur Eröffnung am 19. Januar sprechen unter anderem BR-Intendantin Katja Wildermuth und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Charlotte Knobloch.

Die Ausstellung eröffnet anlässlich des Jahrestags der Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 und des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar. Sie gehört zum Projekt „#LastSeen. Bilder der NS-Deportation“, das sich seit 2021 der Sammlung, Erschließung und digitalen Veröffentlichung der überlieferten Deportationsfotografien widmet.

Aus dem Deutschen Reich wurden in den Jahren 1938 bis 1945 laut Mitteilung mehr als 200.000 Menschen deportiert. Sie wurden in Vernichtungslagern ermordet, die wenigsten überlebten. Die Ausstellung ermögliche es den Besuchern, sich über digitale Anwendungen intensiv mit den Fotos zu beschäftigen. Auf den Bildern sehe man neben Verfolgten und Tätern auch viele Zuschauer.

Laut Projektleiterin Alina Bothe zeigen die Bilder, „dass der Prozess der Vernichtung mitten in den deutschen Städten begann – ohne Deportationen kein Auschwitz“. Das Fotografieren habe oftmals zur Entwürdigung der Verfolgten beigetragen, sagte der stellvertretende Projektleiter Christoph Kreutzmüller. Kulturreferent Marek Wiechers verwies darauf, dass auf den Bildern viele Menschen zu sehen seien, die das Geschehen tatenlos beobachteten: „Es drängt sich die Frage auf, wie wir uns damals verhalten hätten.“

Der Bildatlas des Projekts ist unter www.lastseen.org zu sehen. Aus Bayern sind aktuell Deportationsfotos aus München, Kitzingen, Würzburg, Weiden und Regensburg zu sehen. Weitere Bilder sollen in den kommenden Monaten veröffentlicht werden. (0131/16.01.2026)