Artikel teilen:

Atomkraftgegner halten an Protesten gegen Atommülltransporte fest

Anti-Atomkraft-Initiativen haben nach der Abweisung des Eilantrags gegen Atommülltransporte durch NRW Proteste angekündigt. Gegen die Entscheidung könne der BUND NRW Berufung einlegen, erklärte ein Bündnis mehrerer Initiativen am Montag in Ahaus und Münster. Solange dürfe es auf den winterlichen NRW-Autobahnen zu keiner hochriskanten Atommüll-Tour kommen. Die Initiativen riefen zu Protestaktionen am 18. Januar in Ahaus und am 24. Januar in Bottrop auf.

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte am vergangenen Freitag einen Eilantrag des NRW-Landesverbandes des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen die Genehmigung für die Castor-Transporte aus dem Zwischenlager am Forschungszentrum Jülich in das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus abgewiesen. Die 10. Kammer des Verwaltungsgerichts bewertete den Eilantrag als unzulässig, weil der Antragsteller als Verband nicht „antragsbefugt“ sei. Zudem sei der Antrag aus inhaltlichen Gründen zurückzuweisen.

Staatliche Entscheidungen müssten juristisch überprüfbar sein, erklärte hingegen Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“. Das Gericht habe leider keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Sachargumenten geleistet. Jetzt sei umso mehr eine politische Lösung gefragt. Am Sonntag soll der erste „Sonntagsspaziergang“ des Jahres gegen die Atommüll-Transporte in Ahaus stattfinden. Für den 24. Januar ist eine Demonstration am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd angekündigt.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) hatte im August die Genehmigung für Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen erteilt. Laut Bundesamt sollen 152 Behälter mit rund 300.000 Brennelementekugeln aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus im westlichen Münsterland gebracht werden, da die Betriebserlaubnis für die Lagerstätte in Jülich seit Jahren ausgelaufen ist. Geplant sind mehrere Fahrten aus dem Rheinland nach Westfalen – die Strecke beträgt etwa 170 Kilometer und führt unter anderem durchs Ruhrgebiet.