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Zahl der NRW-Haushalte mit Wohngeldbezug auf Höchststand

In Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Haushalte mit Wohngeldbezug. Ende 2022 bezogen 170.975 Haushalte Wohngeld, 8,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor mit 157.850 berechtigten Haushalten, wie das statistische Landesamt am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Seit 2012 sei nunmehr ein Höchststand erreicht worden. Damals bezogen 172.778 Haushalte Wohngeld. Der Anteil der betroffenen Haushalte an allen privaten Haushalten in NRW liegt heute bei zwei Prozent.

Die allermeisten Haushalte (96 Prozent, 164.190 Haushalte) sind sogenannte reine Wohngeldhaushalte, bei denen alle Haushaltsmitglieder wohngeldberechtigt waren, wie die Statistiker erläutern. Neben den reinen Wohngeldhaushalten gibt es auch sogenannte Mischhaushalte, in denen Wohngeldberechtigte mit Personen zusammenleben, die nicht wohngeldberechtigt sind. Ende 2022 erhielten in NRW insgesamt 6.780 solcher Mischhaushalte Wohngeld.

Das Wohngeld wird als Zuschuss zur Miete (Mietzuschuss) oder bei selbst genutztem Wohneigentum als sogenannter Lastenzuschuss geleistet. Die meisten (94,2 Prozent) beziehen die staatliche Unterstützung als Zuschuss zur Miete. Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch der reinen Wohngeldhaushalte lag den Angaben nach bei 206 Euro und war damit um drei Euro niedriger als ein Jahr zuvor. Der Durchschnittsbetrag für den Mietzuschuss belief sich auf 203 Euro, der durchschnittlich gezahlte Lastenzuschuss für Wohnungseigentümer auf 260 Euro. Die Höhe des Anspruchs hängt von der Höhe des Einkommens, der zuschussfähigen Miete oder Belastung und der Zahl der Haushaltsmitglieder ab.

Wohngeld können einkommensschwächere Haushalte beantragen, wenn sie über ein eigenes Einkommen verfügen und durch das Wohngeld der Bezug von Grundsicherungsleistungen vermieden werden kann. Mit der Anfang 2020 in Kraft getretenen Wohngeldreform wurden regelmäßige Erhöhungen entsprechend der Mieten- und Einkommensentwicklung beschlossen. Zum 1. Januar 2022 wurde das Wohngeld erstmals automatisch angepasst. Zudem stieg der Anreiz einer Inanspruchnahme durch die im vergangenen Jahr wegen der stark gestiegenen Energiekosten beschlossenen Heizkostenzuschüsse für Wohngeldbezieher.