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Zahl der Jobs unter Mindestlohn sinkt

Im Südwesten ist die Zahl der Arbeitsverhältnisse, die unter dem gesetzlichen Mindestlohn vergütet werden, zurückgegangen. Im April 2025 erhielten rund 110.000 Beschäftigte und damit 1,9 Prozent einen Lohn unterhalb der damaligen Grenze von 12,82 Euro pro Stunde, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es noch 132.000 Beschäftigte (2,4 Prozent).

Von der Anhebung des Mindestlohns auf 13,90 Euro zum 1. Januar dieses Jahres sind bis zu 610.000 Jobs direkt betroffen. Das entspricht etwa elf Prozent der rund 5,7 Millionen mindestlohnberechtigten Beschäftigungsverhältnisse im Land. Für Arbeitgeber bedeutet dies den Statistikern zufolge Mehrausgaben von schätzungsweise 31 Millionen Euro.

Frauen profitieren häufiger von der Erhöhung als Männer. Bei 13 Prozent der von Frauen besetzten Stellen lag der Lohn unter der neuen Marke, bei Männern traf dies auf 9 Prozent der Jobs zu. Besonders stark wirkt sich die Anhebung im Gastgewerbe aus, wo etwa die Hälfte der Beschäftigten betroffen ist. Im Bereich Kunst und Unterhaltung ist es fast ein Drittel.

Eine weitere Erhöhung des Mindestlohns ist für den 1. Januar 2027 geplant. Er soll dann auf 14,60 Euro pro Stunde steigen. Davon könnten in Baden-Württemberg bis zu 885.000 Beschäftigte profitieren. (0171/22.01.2026)