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Woelki kritisiert Synodalen Weg und erklärt sein Fernbleiben

Von Donnerstag bis Samstag tagt die sechste Synodalversammlung des katholischen Reformprojekts Synodaler Weg. Wird auch einer der größten Kritiker teilnehmen? Darüber wurde lange spekuliert. Jetzt ist die Antwort klar.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat das Reformprojekt Synodaler Weg kritisiert und sein Fernbleiben von der bevorstehenden sechsten Versammlung ab Donnerstag in Stuttgart begründet. “Für mich ist der Synodale Weg abgeschlossen”, sagte er im Interview des kirchlichen Portals domradio.de. Ursprünglich seien fünf Sitzungen vereinbart worden; “und an diesen habe ich auch teilgenommen”.

Eine theologische Klärung des seit 2019 laufenden Projekts sei dringend notwendig, mahnte Woelki – und ergänzte: “Ich bin wirklich davon überzeugt, dass alle Beteiligten – auch die des Synodalen Weges – letztlich das Gute für die Kirche wollen.” Doch der Weg dorthin werde unterschiedlich gesehen.

Zum Verständnis von Synodalität fügte der Kardinal hinzu, man könne nicht über alles ergebnisoffen diskutieren: “Um einmal ein bewusst abwegiges Beispiel zu nennen: Wir können nicht darüber abstimmen, ob Jesus von den Toten auferstanden ist.” Er habe zudem den Eindruck, “dass es auf dem Synodalen Weg in Deutschland ab einem bestimmten Punkt vor allem darum ging, bestimmte kirchenpolitische Positionen umzusetzen”.

Es gebe “grundlegend unterschiedliche Auffassungen davon, was Synodalität bedeutet”, fügte Woelki hinzu. Synodalität heiße für ihn: “gut aufeinander hören; jeder kann seine Sicht einbringen. Und vor allem: gemeinsam auf das hören, was der Heilige Geist uns sagt, gemeinsam beraten und unterscheiden.”

Die Entscheidung treffe aber am Ende “derjenige, der das Amt dafür übertragen bekommen hat”, betonte der Kölner Erzbischof. In der katholischen Kirche habe der Bischof für sein Bistum “in letzter Instanz eine Entscheidungsgewalt, die ihm von Christus selbst übertragen ist”.

Insofern tue er sich “schwer mit dem Gedanken, Teil eines Gremiums zu sein, in dem 27 Diözesanbischöfe, 27 Mitglieder des ZdK und weitere 27 Mitglieder, die noch gewählt werden müssen, gemeinsam beraten und entscheiden”. Und darum gehe es ja letztlich – “auch wenn versucht wird, dies mit anderen Worten zu umschreiben”.

Die derzeitige Polarisierung in der Deutschen Bischofskonferenz nannte der Kölner Kardinal belastend und ergänzte: “Die Spannungen bedrücken mich, weil ich niemandem unterstellen möchte, nicht das Gute zu wollen.”