Er ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritikerinnen und Kritikern vergeben wird. Am 15. Februar wird der Preis der deutschen Filmkritik verliehen – bei der Berlinale. Das sind die Nominierungen.
Die Nominierungen für den Preis der deutschen Filmkritik 2025 stehen fest. Favoriten sind “In die Sonne schauen”, “Sehnsucht in Sangerhausen”, “Rote Sterne überm Feld” und “September 5”.
Das bereits vielfach preisgekrönte Bauernhof-Bewohnerinnen-Porträt “In die Sonne schauen” von Mascha Schilinski ist gleich für sechs Preise nominiert. Mehrfach benannt wurden auch das Regiedebüt “Rote Sterne überm Feld”, der Olympia-Attentatsthriller “September 5” und die schräge Komödie “Sehnsucht in Sangerhausen”.
Mitte Januar werden jedes Jahr die “Oscar”-Nominierungen und das Programm der Berlinale verkündet. In diesem Jahr hat der Verband der deutschen Filmkritik sogar schon etwas früher seine Favoriten aus dem vergangenen Jahr nominiert.
Als Favorit für insgesamt sechs Preise geht dabei der Film ins Rennen, der seit seiner Premiere in Cannes im Mai 2025 für Furore sorgt: “In die Sonne schauen” von Mascha Schilinski, das virtuose Porträt eines Bauernhofs und seiner Bewohnerinnen über den Zeitraum von mehr als einem Jahrhundert. Nachdem dieser in Cannes den Preis der Jury gewann und sich am Wochenende Januar bei den Europäischen Filmpreisen immerhin die Auszeichnung für das beste Kostümbild sichern konnte, hat der Verband der deutschen Filmkritik Schilinskis Werk nun unter anderem für Drehbuch, Kamera und Montage nominiert, sowie das gesamte weibliche Schauspielensemble für den Darstellerinnen-Preis.
Ein Konkurrent um den Preis als bester Spielfilm ist auch der große Gewinner des Deutschen Filmpreises 2025: “September 5” um das Olympia-Attentat 1972. Daneben sind Julian Radlmaiers verschrobene Komödie “Sehnsucht in Sangerhausen”, das von Ali Samadi Ahadi nach einem Drehbuch von Mohammad Rasoulof inszenierte Drama “Sieben Tage” sowie das Frauen-Freundschaftsdrama “Zikaden” von Ina Weisse nominiert.
Die meisten Nennungen insgesamt entfielen allerdings auf einen weiteren Film, der auf verschiedenen Zeitebenen deutsche Geschichte widerspiegelt: “Rote Sterne überm Feld” von Laura Laabs hat neben dem Preis als bestes Filmdebüt Chancen auf die Kritiker-Auszeichnungen für Hauptdarstellerin Hannah Ehrlichmann, das Drehbuch, die Musik, die Montage, Szenenbild und Kostümbild.
Bei den Debüts sind außerdem “Der Fleck”, “Milch ins Feuer”, “Mit der Faust in die Welt schlagen” und “Raumteiler” benannt. Die Schauspielpreis-Kandidaten umfassen eine Mischung aus etablierten Darstellerinnen wie Nina Hoss (“Zikaden”) oder Sabine Timoteo (“Chaos und Stille”), aber auch Nachwuchstalente wie Devrim Lingnau (“Hysteria”), Tilman Döbler und Camille Loup Moltzen (“Mit der Faust in die Welt schlagen”) oder Leo-Konrad Kuhn (“Der Fleck”).
Das Ensemble von “Miroirs No. 3” ist über die Nominierung von Enno Trebs vertreten, komplettiert werden die männlichen Darsteller durch Anton von Lucke (“Chaos und Stille”) sowie Armin Dallapiccola, der in Rosa von Praunheims letzten Film “Satanische Sau” dessen Alter Ego verkörpert.
Insgesamt wurde in diesem Jahr die hohe Zahl von 35 Filmen bei den Nominierungen erreicht, darunter auch jeweils drei Kinder- und Experimentalfilme. Erstmals vergeben in der Geschichte des Preises werden 2026 Auszeichnungen in den Kategorien Szenenbild und Kostümbild, so dass die Gesamtzahl auf 14 steigt.
Der Preis der deutschen Filmkritik wird seit über 60 Jahren vom Verband der deutschen Filmkritik verliehen und ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritikerinnen und Kritikern vergeben wird. Er richtet sich weder nach wirtschaftlichen, regionalen noch politischen Kriterien, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Die Verleihung am 15. Februar findet wieder in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt.
– “In die Sonne schauen” von Mascha Schilinski
– “Sehnsucht in Sangerhausen” von Julian Radlmaier
– “September 5” von Tim Fehlbaum –
– “Sieben Tage” von Ali Samadi Ahadi
– “Zikaden” von Ina Weisse
– “Der Fleck” von Willy Hans
– “Milch ins Feuer” von Justine Bauer
– “Mit der Faust in die Welt schlagen” von Constanze Klaue
– “Raumteiler” von Florian Schmitz
– “Rote Sterne überm Feld” von Laura Laabs
– “Active Vocabulary” von Yulia Lokshina
– “Nonkonform” von Arne Körner
– “Palliativstation” von Philipp Döring
– “Stille Beobachter” von Eliza Petkova
– “Soldaten des Lichts” von Julian Vogel und Johannes Büttner
– Das gesamte Ensemble für “In die Sonne schauen”
– Hannah Ehrlichmann für “Rote Sterne überm Feld”
– Nina Hoss für “Zikaden”
– Devrim Lingnau für “Hysteria”
– Sabine Timoteo für “Chaos und Stille”
– Armin Dallapiccola für “Satanische Sau”
– Tilman Döbler und Camille Loup Moltzen für “Mit der Faust in die Welt schlagen”
– Leo-Konrad Kuhn für “Der Fleck”
– Enno Trebs für “Miroirs No. 3”
– Anton von Lucke für “Chaos und Stille”
– Louise Peter und Mascha Schilinski für “In die Sonne schauen”
– Laura Laabs für “Rote Sterne überm Feld”
– Julian Radlmaier für “Sehnsucht in Sangerhausen”
– Mohammad Rasoulof für “Sieben Tage”
– Frederic Hambalek für “Was Marielle weiß”
– Julian Krubasik für “Chaos und Stille”
– Paul Spengemann für “Der Fleck”
– Fabian Gamper für “In die Sonne schauen”
– Hans Fromm für “Miroirs No. 3”
– Markus Förderer für “September 5”
– Henrik Ajax für “Chaos und Stille”
– Dascha Dauenhauer für “Kein Tier. So Wild.”
– Ed Davenport, John Gürtler für “Rave On”
– Lukas Lauermann für “Rote Sterne überm Feld”
– Adam Goodwin, Anil Eraslan, Jung-Jae Kim, Lukas Akintaya, Shingo Masuda für “Stille Beobachter”
– Evelyn Rack für “In die Sonne schauen”
– Justine Bauer, Semih Korhan Güner für “Milch ins Feuer”
– Philipp Döring für “Palliativstation”
– Emma Gräf für “Rote Sterne überm Feld”
– Julian Radlmaier für “Sehnsucht in Sangerhausen”
– Cosima Vellenzer für “In die Sonne schauen”
– Renate Schmaderer für “Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes”
– K.D. Gruber für “Miroirs No. 3”
– Dominik Kremerskothen für “Rote Sterne überm Feld”
– wtp-kollektiv für “Überall gibt es ein Hausen”
– Chiara Minchio für “Die Tagebücher von Adam und Eva”
– Katarzyna Lewińska für “Kein Tier. So Wild.”
– Aleksandra Staszko für “Köln 75”
– Esther Amuser für “Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes”
– Sophie Peters für “Rote Sterne überm Feld”
– “Grüße vom Mars” von Sarah Winkenstett
– “Pumuckl und das große Missverständnis” von Marcus H. Rosenmüller
– “Zirkuskind” von Anna Koch und Julia Lemke
– “Dog” von Marieke de Zwaan
– “Eigentlich wollte ich nicht lange bleiben” von Andreas Grützner
– “Machine Boys” von Karimah Ashadu
– “Ecce Mole” von Heinz Emigholz
– “Les Rites de Passage” von Florian Fischer und Andreas Krell
– “Overwork” von Celine Berger