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Umstrittenes Jodl-Grab: Untätigkeitsklage gegen Söder eingereicht

Der Streit um das Jodl-Grab auf der Fraueninsel im Chiemsee geht weiter: Bernadette Gottschalk aus Laatzen bei Hannover hat laut einer Mitteilung vom Dienstag gegen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht München eingereicht. Die ungarische Jüdin verlangt, dass der Grabstein für den Hitler-General Alfred Jodl entfernt wird.

Jodl war 1946 in Nürnberg vom Internationalen Militärgerichtshof zum Tode verurteilt worden. Seine Gebeine liegen allerdings nicht auf der Fraueninsel, sein Leichnam war nach der Hinrichtung verbrannt und die Asche in einen Zufluss der Isar gestreut worden.

„Das Bauwerk (Kenotaph) entehrt seit 1953 die Opfer der Schoa und deren Angehörige“, schreibt Gottschalk in der Mitteilung. Sie habe Söder im Mai gebeten, den Gedenkstein entfernen zu lassen und sich bei den Entehrten zu entschuldigen. Doch der Ministerpräsident antworte nicht.

Das Steinkreuz sorgt seit Jahren für Kontroversen. Im Oktober 2021 hatte der Petitionsausschuss des bayerischen Landtags eine Petition, den Gedenkstein zu entfernen, für erledigt erklärt. Der Grabstein sei nicht mehr als Scheingrab oder gar als Ehrenmal anzusehen, weil „Jodls Name und Dienstgrad inzwischen mit einer Steinplatte dauerhaft verdeckt sind“, erläuterte damals ein Sprecher. (00/3194/03.10.2023)