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Teilzeit-Debatte: Wissenschaftler Weber plädiert für bessere Anreize

In der Debatte um den grundsätzlichen Rechtsanspruch auf Teilzeit hat der Wirtschaftswissenschaftler Enzo Weber sich für mehr Anreize ausgesprochen. „Aufgabe von Politik ist es nicht, den Menschen Ansagen zu machen, wie lange sie arbeiten sollen“, sagte der Wissenschaftler vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag, online). Stattdessen müssten von politischer Seite Rahmenbedingungen gestaltet, Anreize verbessert und Unterstützung bereitgestellt werden. „Auf dieser Basis entscheiden die Menschen dann selbst“, betonte Weber.

Der Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am IAB verwies darauf, dass Deutschland in den kommenden 15 Jahren aus Alterungsgründen sieben Millionen Arbeitskräfte verlieren werde. „Wir brauchen also die Arbeitsstunden“, betonte Weber. Die Teilzeitquote steige zwar seit Jahrzehnten und habe zuletzt bei über 40 Prozent gelegen. Doch das liege vor allem daran, dass immer mehr Frauen, Ältere und auch Studierende im Arbeitsmarkt aktiv seien, und zwar oft in Teilzeit. „Das sind also nicht weniger, sondern zusätzliche Erwerbsstunden“, sagte der Arbeitsmarktforscher.

Der Wirtschaftsflügel der CDU will den grundsätzlichen Rechtsanspruch auf Teilzeit abschaffen. Ein Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ soll Ende Februar auf dem Bundesparteitag eingebracht werden. In dem Antrag, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, wird gefordert, dass der bisher geltende Rechtsanspruch auf Teilzeit künftig nur bei „Vorliegen einer besonderen Begründung gelten“ solle. Dazu zählten etwa die Erziehung von Kindern, die Pflege Angehöriger oder Weiterbildungen.