Bewusst und aufgeklärt: Viele junge Menschen zeigen sich beim Thema Sex verantwortungsbewusst. Verhütung, Partnerschaft und der richtige Zeitpunkt für das erste Mal sind für sie offenbar wichtige Themen.
Junge Menschen haben einer Studie zufolge zunehmend später ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Während Jugendliche im Jahr 2019 mehrheitlich mit 17 Jahren sexuell aktiv wurden, hatten die meisten 2025 ihr erstes Mal mit 19, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit am Donnerstag in Köln mitteilte. Laut der repräsentativen Befragung zur Jugendsexualitätsstudie verhüten junge Menschen zudem sicher: In knapp neun von zehn Beziehungen wird über Verhütung gesprochen. Zwei Drittel thematisieren den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Der erste Sex findet laut Institut zudem überwiegend in festen Partnerschaften statt. Das gilt für 65 Prozent der weiblichen und 53 Prozent der männlichen Befragten. 25 Prozent der jungen Frauen und 31 Prozent der jungen Männer seien zumindest gut mit ihrem ersten Sexualpartner bekannt. Rund zwei Drittel gaben an, der erste Sex habe für sie zum “gerade richtigen Zeitpunkt” stattgefunden.
Beim Thema Verhütung setzt die Mehrheit der Jugendlichen (76 Prozent) auf Kondome. Rund 30 Prozent nutzen die Pille. Mit zunehmender sexueller Erfahrung gewinnt die Pille an Bedeutung: Rund die Hälfte der mehrfach sexuell aktiven Jugendlichen greift darauf zurück.
Informationen zu Sexualität erhalten Jugendliche hauptsächlich über den Schulunterricht (78 Prozent). Ansprechpersonen sind vor allem Lehrer (45 Prozent) und Eltern (64 Prozent). Der Austausch mit Gleichaltrigen hat laut Studie an Relevanz verloren und sank von 65 Prozent 2019 auf 54 Prozent im Jahr 2025.
Auch das Internet wird weniger als Quelle genutzt. 53 Prozent suchten hier 2025 nach Infos, 2019 noch 59 Prozent. Aufklärungs- und Beratungsseiten gelten für 85 Prozent als vertrauenswürdig. Das trifft weniger auf KI-Inhalte (48 Prozent), Youtube (41 Prozent), Instagram (27 Prozent) und Tiktok (20 Prozent) zu.
Für die Studie wurden laut Institut zwischen Februar und Juli 2025 insgesamt 5.855 Menschen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren befragt. Die Studie ist den Angaben zufolge die zehnte Befragungswelle und schließt methodisch an Vorgängerstudien von 1980 bis 2019 an.