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Polizei: Todesschützen von Sydney waren Einzeltäter

Ein Vater und sein Sohn sollen am 14. Dezember beim Anschlag auf ein jüdisches Fest in Sydney 14 Menschen getötet haben. Das Duo war offenbar von der Terrorgruppe “Islamischer Staat” inspiriert – gehörte aber nicht dazu.

Die beiden mutmaßlichen Täter des Attentats auf eine jüdische Chanukka-Feier am Bondi Beach in Sydney gehörten nicht zu einer größeren Terrorzelle. Das teilte die australische Polizei am Dienstag mit. “Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass diese mutmaßlichen Täter Teil einer größeren Terrorzelle waren oder von anderen zu einem Anschlag angestiftet wurden”, sagte Krissy Barrett, Chefin der australischen Bundespolizei, in einer online veröffentlichten Erklärung.

Es gebe auch keine Hinweise, dass Vater und Sohn bei ihrem Aufenthalt auf Mindanao im Süden der Philippinen vor dem Attentat Kontakt zu islamistischen Terroristen gehabt hätten. Auf Mindanao sind Terrorgruppen mit Verbindungen zur Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) aktiv. Nach dem Schusswaffenattentat, bei dem am 14. Dezember 14 Besucher der jüdischen Feier starben und etliche verletzt wurden, hatten die Ermittler im Auto der mutmaßlichen Täter selbst hergestellte IS-Flaggen gefunden.

Barrett bestätigte, dass die beiden Personen vor dem Anschlag fast einen Monat auf den Philippinen verbracht hatten. Reisedaten belegten, dass sie am 1. November 2025 von Sydney nach Manila reisten und am selben Tag weiter nach Mindanao. Am 29. November seien sie nach Sydney zurückgekehrt. “Die philippinische Nationalpolizei geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass die Personen ihr Hotel nur selten verließen und es keine Hinweise darauf gibt, dass sie für ihren mutmaßlichen Anschlag geschult oder logistisch vorbereitet wurden”, sagte Barrett.

Der Vater war am Ort des Anschlags von der Polizei erschossen worden. Sein Sohn wurde bei dem Polizeieinsatz schwer verletzt. Nach neun Tagen in einem Krankenhaus wurde er in ein Gefängnis überstellt. Die australische Polizei erhob Anklage wegen 14-fachen Mordes und Terrorismus.