Weihnachten heißt auch Weihnachtsfilme: gemütlich auf der Couch liegen, in eine Decke gekuschelt, die letzten Plätzchen wegmümmeln – während Hugh Grant als Premierminister von England im Filmklassiker „Tatsächlich … Liebe“ (2003) die Treppe heruntertänzelt. Doch nicht so schnell.
Bevor wir uns vollständig in Zuckerguss und Nostalgie fallen lassen, lohnt ein Blick auf die andere Seite des Festes: die Hallmark-Movies – jene populären, familienfreundlichen Filme mit herzerwärmender Romantik, festlichen Feiertagsthemen, charmanten Kleinstädten und Feel-Good-Botschaften. Sie erzählen uns jedes Jahr aufs Neue, wie Weihnachten eigentlich auszusehen hat – und transportieren dabei eine Botschaft, die wenig weihnachtlich klingt, wenn man sie beim Namen nennt: Erwartungen, Rollenbilder und die Vorstellung eines „perfekten“ Festes, das als Norm verkauft wird. Wie selten diese Filme divers besetzt sind, wird oft übersehen.
Fest der Liebe und des Drucks
Genau darüber sprechen Alice Hasters und Maxi Häcke in ihrem Podcast „Feuer & Brot“ in der Folge „White Christmas“: darüber, warum der Wunsch nach einem idealen Weihnachtsfest so tief sitzt und wie stark der Druck ist, zu funktionieren, zu fühlen, „harmonisch“ zu sein. Wie sehr Weihnachten zugleich Sehnsuchtsort und Belastungsprobe sein kann. Und wie viel Care-Arbeit – oft unsichtbar und geschlechtlich ungleich verteilt – in diesem Fest steckt. Zwischen persönlichen Anekdoten, feministischen Perspektiven und gesellschaftlicher Analyse geht es auch um queere Weihnachtstraditionen und um die Frage, warum wir an Ritualen festhalten, die längst nicht mehr für alle passen – und sich dennoch hartnäckig halten.
Die Hosts sind Autorin Alice Hasters, die vielen durch ihr Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ bekannt ist, und Sprecherin sowie Schauspielerin Maxi Häcke. Beide kennen sich seit der Schulzeit, und so ist der Austausch der beiden mehr als nur informativ.
