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Papst Leo XIV. fordert Ende von Antisemitismus und Völkermord

Schon am Holocaust-Gedenktag am Dienstag hatte sich Leo XIV. gegen Antisemitismus und Diskriminierung gewandt. Am Mittwoch wiederholte er diesen Appell. Zugleich kritisierte er jeden Völkermord.

Papst Leo XIV. hat Antisemitismus und Völkermord erneut scharf verurteilt. Einen Tag nach dem “schmerzlichen” Gedenken an die Millionen ermordeten Juden und unzähliger weiterer Opfer des Holocaust bete er zu Gott, “dass er uns eine Welt frei von Antisemitismus, Vorurteilen, Unterdrückung oder Verfolgung jeglicher menschlicher Kreaturen schenkt”, sagte Leo XIV. am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan.

“Ich erneuere meinen Appell an die Völkergemeinschaft, stets wachsam zu bleiben, damit der Schrecken des Völkermords niemals wieder ein Volk heimsucht und eine Gesellschaft entsteht, die auf gegenseitigem Respekt und dem Gemeinwohl gründet”, sagte er vor rund 8.000 Menschen in der Audienzhalle.

Schon am internationalen Holocaust-Gedenktag am Dienstag hatte der Papst auf der Plattform X betont, “dass die Kirche der festen Position der Erklärung #NostraAetate gegen alle Formen des Antisemitismus treu bleibt und jede Diskriminierung oder Belästigung aufgrund der ethnischen Herkunft, Sprache, Nationalität oder Religion ablehnt”. Dazu verlinkte er die während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) verabschiedete Erklärung “Nostra aetate”, mit der die Kirche ihr Verhältnis zu den anderen Religionen, insbesondere zum Judentum, neu definiert hatte.

Ebenso bekräftigte Papst Leo am Dienstagabend vor Journalisten in Castel Gandolfo seine Forderungen nach stärkeren Bemühungen für den Frieden und gegen Antisemitismus. Auf Fragen nach der Lage im Nahen Osten, insbesondere nach der Präsenz der von dem US-Flugzeugträger “Abraham Lincoln” angeführten Marinekampfgruppe in Nahost-Gewässern, sagte er laut dem Portal Vatican News: “Wir ‘Kleinen’ können unsere Stimme erheben und suchen stets den Dialog, nicht die Gewalt, um diese Probleme zu lösen.”

Bei der Generalaudienz erinnerte der Papst auch an die vielen Opfer der verheerenden Überschwemmungen im südafrikanischen Mosambik. “Ich bete für die Opfer und bekunde meine Nähe zu den Betroffenen und jenen, die sie unterstützen.”

In seiner geistlichen Betrachtung ging Leo erneut auf die Konstitution “Dei verbum” des Zweiten Vatikanums ein, die die enge Verflechtung von Heiliger Schrift und Tradition hervorhebe. “Sie sind so eng miteinander verbunden, dass sie nicht unabhängig voneinander existieren können; und gemeinsam tragen sie, auf ihre Weise und unter dem Wirken des einen Heiligen Geistes, wirksam zum Heil der Seelen bei”, so der Papst.

Das Wort Gottes sei nicht erstarrt, sondern eine lebendige und organische Wirklichkeit, die sich in der Tradition entwickelt und wächst, hob Leo XIV. hervor. Der “Schatz” des Wortes Gottes liege weiter in den Händen der Kirche. Alle Christen seien aufgerufen, es in seiner Unversehrtheit zu bewahren.