Die Bürgerinitiative „Offene Heide“ lädt am 1. Februar zu ihrem 389. Friedensweg für eine zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide ein. Nach einer Kundgebung nahe der Gaststätte „Brauner Hirsch“ in Dolle (Gemeinde Burgstall) gehe es zur Gedenkstätte am Ortsrand, sagte ein Sprecher der Initiative am Freitag in Colbitz.
Die Gedenkstätte erinnert an den Todesmarsch von KZ-Häftlingen aus Lagern des KZ Mittelbau im Harz im April 1945. Am Denkmal befindet sich ein Sammelgrab für 66 unbekannte Häftlinge, die auf dem Marsch durch die Heide verhungert sind oder von den Wachmannschaften erschossen wurden.
Die Bürgerinitiative „Offene Heide“ demonstriert seit ihrer Gründung 1993 gegen die militärische Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide durch die Bundeswehr. Mit einer Fläche von 480 Quadratkilometern sei sie eines der größten zusammenhängenden Wald- und Heidegebiete Deutschlands. Zudem sichere das Gebiet mit seinem Grundwasserreservoir die Trinkwasserversorgung für mehr als 700.000 Menschen in Sachsen-Anhalt.
Das Gebiet wird seit den 1930er Jahren militärisch genutzt. Die Bundeswehr betreibt in der Heide das Gefechtsübungszentrum Altmark. Dort wird seit dem Jahr 2000 ausschließlich mit Simulationssystemen ohne scharfen Schuss geübt. Auf dem Truppenübungsplatz in Sachsen-Anhalt üben häufig auch andere Nato-Streitkräfte.