In der Gedenkstätte Großschweidnitz wird am Dienstag von der sächsischen Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) ein neues Schaudepot eröffnet. Zu sehen sind restaurierte Grabsteine von Patientinnen und Patienten, die in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in der NS-Zeit ermordet wurden, wie das Kulturministerium am Sonntag in Dresden mitteilte. Eröffnet wird das Depot im Rahmen einer Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar.
Nach Ministeriumsangaben wurde das Depot mit 157.000 Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR errichtet. „Mit der Eröffnung erhalten die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde einen sichtbaren Ort des Erinnerns“, erklärte Klepsch, die auch Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Sächsische Gedenkstätten ist.
Die erhaltenen Grabsteine stünden stellvertretend für Menschen, denen während der NS-Zeit nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Namen, ihre Würde und ihre Lebensgeschichten genommen wurden. „Mit dem Schaudepot kann nun zumindest einem Teil der Ermordeten ihre Identität zurückgegeben und ihr individuelles Schicksal ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden“, so die Ministerin.
Die Gedenkstätte in der Oberlausitz erinnert an mehr als 5.500 Menschen, die in der Heil- und Pflegeanstalt zwischen 1939 und 1945 infolge von systematischem Hunger, medizinischer Vernachlässigung und gezielten Tötungsmaßnahmen ums Leben kamen. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von Soldaten der Roten Armee befreit. Seit 2005 ist der Tag Internationaler Holocaust-Gedenktag.