Die Nationalparkwacht Harz lehnt die Pläne der Bundeswehr ab, auf dem Brocken ein Karrierecamp zur Nachwuchsgewinnung abzuhalten. Die mit dem Camp verbundenen Hubschrauberlandungen, Tiefflüge sowie Fahrten mit Kettenfahrzeugen ließen sich nicht im Einklang mit dem Tier- und Naturschutz realisieren, teilte der Nationalpark Harz am Montag mit. Für das an sich unterstützenswerte Ansinnen der Bundeswehr gebe es sinnvolle Alternativen außerhalb des Nationalparks.
Dem Landkreis Harz zufolge will die Bundeswehr im Mai auf dem 1.141 Meter hohen Brockenplateau ein Zeltcamp aufschlagen. Ziel sei es, den Menschen die Karrieremöglichkeiten der Bundeswehr vorzustellen, darunter auch die der Luftwaffe.
Die Brockenkuppe sei ein empfindlicher Lebensraum seltener Arten, argumentiert die Nationalparkverwaltung. So lebten hier etwa die besonders geschützte Ringdrossel, von der es nur noch sechs Brutpaare gebe, sowie die Nord- und Zweifarbfledermaus. Angesichts der Brut- und Setzzeit sowie der im Frühjahr ohnehin überfüllten Brocken-Kuppe sei das „Vorhaben der Bundeswehr äußerst unsensibel.“